Glosse Bucks heile Welt: Toiletten-Talk

Gerlinde Buck
Gerlinde Buck © Foto: Christian Käsmayr
Gerlinde Buck 13.01.2018
Auf dem stillen Örtchen ist es manchmal recht laut. Vor allem, wenn die Kabinennachbarin am Handy hängt. Bucks heile Welt war dabei.

Was in aller Welt treibt die  da drin? Ganzkörperrestaurierung? Ölbohrung? Sinnsuche allgemein? Fragen über Fragen, die sich wahrscheinlich schon jede Frau gestellt hat, die sich auf Platz 15  in der Schlange vor einer Damentoilette gewunden hat. An Örtchen und Stelle eine Antwort fand unsereiner neulich im Fitnessstudio, wo es für Frauen sogar zwei WCs gibt und  die Schlangen trotzdem doppelt so lang  sind wie anderenörtchens. Ganz einfach deshalb, weil eines der beiden Klos als Telefonzelle missbraucht wird.

Irgendeine Frau, nennen wir sie Phoni,   hat sich dort einquartiert und quatscht Tag und Nacht. Kein Mensch hat die Toi­letten-Talkerin je gesehen, aber jede Frau, die im Fitnessstudio schon mal musste, hat von ihr gehört, und zwar  mehr, als ihr lieb ist. Angefangen vom Eröffnungssatz: „Du, i muass jetzt Schluss macha“ über das aktuelle Gesundheitsbulletin: „Henda zwiggt’s ond vorna druggt’s“ bis zur  Rezeptrecherche: „Wiaviel Filladelfia duasch  du eigendlich en dei Filladelfia-Dord nei? Drei Päggla oder  vier? Mit vier flutscht’s glaub i besser...“

  Flugs zieht unsereiner, aus dramaturgischen als auch erzieherischen Gründen, in WC 2 die Spülung. Und nochmal. Und nochmal. Gleichwohl ist alles nur Geplätscher gegen den Wasserfall nebenan. „Oglaublich, gell“, sagt Phoni in ihr Telefon, „wia sich manche Leit em Klo auffiehrat. Wo semmr schdandablieba? Beim Flutscha, genau...“