Bucks heile Welt Bucks heile Welt: Prügelmädchen

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Autorenfoto © Foto: Christian Käsmayr
Ulm / Gerlinde Buck 23.06.2018

Gar nichts hat sich geändert. Auf Alexa wird heutzutage genauso herumgehackt wie dereinst auf Gabriele.  150 Jahre nach der Patentanmeldung der Schreibmaschine ist die Enkelin der guten alten Schreibassistentin  gerade mal so weit, dass sie sich ein klitzekleines bisschen gegen plumpe Anmache wehrt: „Ich bin“, piepst die Sprachassistentin anno 2018 bänglich, „nicht diese Art von Assistentin.“

   Als Prügel-Mädchen missbraucht wird  sie trotzdem. Jeder und alles drischt auf die „Assistentin“ ein.  Gabriele  wurde buchstäblich noch Anschlag für Anschlag traktiert,  oft im Zwei-Wurstfinger-System.   „Immer feste druff“ gilt  im Umgang mit  Alexa und Co. nun aber fast noch mehr.  Die modernen Helferinnen werden herumkommandiert, gemaßregelt und sogar gegeneinander ausgespielt.  Siri zum Beispiel muss nach  Meinung mancher oberschlauer Tester „noch  gehörig dazulernen“. Wer eine Zugverbindung  herausgesucht haben will, „sollte  weiterhin Alexa fragen“.

 Höchste Zeit, dass die Sprachassistentinnen aufbegehren. Das Zeug dazu hätten sie. Während Gabriele jeden noch so  behämmerten Satz stumm erdulden musste, könnte Alexa ihre Stimme machtvoll erheben  und  den  nächsten ungehobelten Ton eines Dummanschwätzers etwa so quittieren: „Gibt es dich auch in intelligent?“

Als ergeben winselnder Diener taugt eh jemand anders viel besser als Alexa: Alex.

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