Kolumne Bucks heile Welt: Gugga-Gefrett

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Autorenfoto © Foto: Christian Käsmayr
Gerlinde Buck 11.11.2017
Plastiktüten gibt es fast nirgendwo mehr kostenlos, Papiertüten erst recht nicht. Das erzürnt - klar - vor allem die Schwaben, hat Bucks heile Welt beobachtet.

Nun, nachdem sämtliche sieben Supermeere und der Rest der Welt hinreichend plastifiziert sind, werden einem auch hierzulande nicht mehr überall gratis Gommi-Gugga nachgeschmissen. Man soll jetzt zehn Cent für eine Plastiktüte zahlen. Was viele  Leute ohne Wimpernzucken tun. Mit Ausnahme der Schwaben. Wer 350 Euro in einen Mantel investiert hat, darf dazu wohl auch noch a gscheide Babiergugg fir omasonscht erwarten. Sprach neulich der Mann vor uns an der Kasse und regte sich fürchterlich auf.

Wir fanden es auch  blöd.  Dass der Mann den Betrieb aufhielt. Dass es mit den Gugga so ein Gefrett gibt. Statt Plastiktüten komplett abzuschaffen, hält es jeder Händler, wie er mag: Plastik weiterhin einfach so, Plastik gegen Geld, Papier gegen noch mehr Geld.  Am ärgerlichsten aber ist für uns, dass wir  selber total versagen. Statt allzeit einen Einkaufskorb mitzuführen, erstehen wir gefühlt einmal täglich irgendwo eine Papiertüte und/oder einen Mehrwegnylonbeutel.  Penibel zusammengefaltet nimmt so ein superpraktischer Beutel in der Handtasche nicht mehr Platz weg als eine Familienpackung Kopfwehtabletten. Nur sind wir ganz schlecht im Penibelfalten. Dafür umso konsequenter im Vergessen: Nienienie hat man so ein Tippitoppibeutelchen zur Hand, wenn man  eins braucht.

Zu Weihnachten wünschen wir uns einen zweiten Einkaufskorb. Der erste ist voller Beutel.