Von September an wird das Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Bauphysik von Rauchschwaden durchzogen. Im Auftrag des Umweltbundesamtes wirft dort ein fünfköpfiges Forscherteam eine Holzkohlegrillstation an, um jede Menge Grillgut zu brutzeln und die dabei entstehenden Emissionen zu erforschen. Darüber hinaus wird die Wirksamkeit von in vielen Kebabrestaurants bereits genutzten Abgasreinigungsanlagen getestet.

„Wir werden bis zu einer halben Tonne Fleisch, Fisch und Gemüse braten und beobachten, ob die am Markt erhältlichen Anlagen gegen Staub, Gase und Gerüche wirken“, erläutert Projektleiter Mohammad Alesya. Er meint: „Wir grillen noch wie unsere Vorfahren vor 2000 Jahren.“ Die Ästhetik des Grillvorgangs habe sich verändert, aber die Luftreinhaltung lasse schwer zu wünschen übrig. Eine gewerbliche Grillstätte produziere täglich so viel Abgase wie 100 Holzöfen.

Unter die Lupe nehmen die zwei Ingenieure und zwei Techniker unter Leitung des Umweltschutztechnikers Alesya eine marktübliche Anlage eines Herstellers aus Nordrhein-Westfalen. Ob diese ausreichend reinigt, ist für Alesya noch eine offene Frage, die erst nach den Untersuchungen beantwortet werden kann. „Die Praxis zeigt, dass die bisher erhältlichen technischen Lösungen nicht den erwünschten Effekt haben.“ Bis Ende 2020 wollen Alesya und seine Mannschaft einen Leitfaden für sauberes Grillen erstellen. Neben wissenschaftlichem Durchblick erwartet die Experten so manches leckere Mahl direkt vom Grill.

Fraunhofer-Institut