Der Brieftaubensport leidet unter Nachwuchsproblemen. Vor 15 Jahren gab es bundesweit rund 60.000 Züchter, heute sind es noch 30.000, sagt Thomas Dümmermann, Redakteur bei der Verbandszeitung „Die Brieftaube“. „Und es geht weiter abwärts.“

Das große Problem sei die Überalterung bei den Züchtern. Es sei heute schwer, junge Leute für das Hobby zu gewinnen. Weil es sehr zeitaufwendig ist, einiges kostet und es viele andere Freizeitangebote gibt. „Dabei ist der Umgang mit den Tieren etwas Wunderbares“, findet Dümmermann.

Bei Manfred Meiser gehören Brieftauben zur Familie. Rund 200 gurrende Exemplare hat er in seinem Schlag im saarländischen Merchweiler sitzen: „Ich erkenne jedes einzelne Tier am Kopf“, sagt der 79-Jährige, der seit seiner Kindheit züchtet. Jedes Jahr sind seine Tauben auf Wettflügen unterwegs: Die längste Strecke sei Luftlinie 640 Kilometer lang. Wie die Brieftaube den Weg nach Hause findet, ist bis heute nicht endgültig wissenschaftlich geklärt. „Man weiß nur, es hat mit dem Erdmagnetismus und der Sonneneinstrahlung zu tun“, sagt er.

Nicht überall haben Brieftaubenzüchter übrigens Nachwuchsprobleme: In anderen Ländern kommen Menschen gerade erst auf die Taube, sagt Redakteur Dümmermann. „Boomsport ist es im Moment in China“, berichtet er. Da entdeckten auch junge Leute die Freude an den Tieren.

Schlaggemeinschaft Meiser

Verband Deutscher Brieftaubenzüchter

Tag der Brieftaube am 14. April