Es war kein Terroranschlag, auch keine Brandkatastrophe mit vielen Toten. Man kann sogar sagen, dass es noch viel schlimmer hätte kommen können. Und doch trauert die ganze Welt mit den Franzosen um Notre-Dame. Es sind bei weitem nicht nur Gläubige, die angesichts der  rußschwarzen Wunden in dem Gotteshaus erschüttert sind. Es fühlt sich so an, als wäre Paris plötzlich nackt, als hätte jemand der Stadt die Seele geraubt.

Feuer Brand in Notre-Dame: Paris trauert

Während Nachrichten über Kriege und Konflikte kaum noch Emotionen hervorrufen, trifft dieses Feuer einen Nerv. Notre-Dame symbolisiert das, was vielen Menschen in dieser Welt fehlt: ein Ort der Schönheit, der Ruhe und der Kraft, ein Energiespender. Sie lässt jeden staunen, ob aus religiöser Ehrfurcht, kunsthistorischem Interesse oder purer Lust an menschlichen Fähigkeiten und statischen Details. Sie erzeugt bis heute, was die Baumeister von damals im Sinn hatten: einen Moment der Erhabenheit.

Epochale Bauwerke ziehen jedes Jahr Millionen Menschen an, weltweit. Manche Touristen sammeln sie wie Souvenirs. Paris aber zeigt, dass Steine sprechen können, das Architektur lebt – und uns prägt.