In Sachsen-Anhalt ist eine Frau schwer krank geworden. Nach Angaben des MDR ist die Frau in einem Pflegeheim und nicht ansprechbar. Nun bestätigt das Robert-Koch-Institut: Sie ist mit dem Borna Disease Virus 1 infiziert, ein Virus, das sonst eigentlich nur Nutztiere befällt.
  • Was ist das Bornavirus und wie wird es auf den Menschen übertragen?
  • Was sind die Symptome einer Erkrankung?
  • Wie gefährlich ist das Virus?
  • Wo gab es bisher weitere Fälle beim Menschen?

Bornavirus beim Menschen: Wie wird es übertragen?

Das Borna Disease Virus 1 ist eine sogenannte Zoonose, also eine Krankheit, die von Tieren auf den Menschen übertragen wird. Laut RKI wird das Virus durch die Feldspitzmaus übertragen. Die Spitzmaus trägt dabei das Virus lebenslang mit sich, ohne dass sie krank wird. Pferde, Schafe und andere Nutztiere kommen beim Fressen mit infizierten Mäusen oder deren Kot und Urin in Kontakt, wodurch sie das Virus in sich aufnehmen. Wie die Übertragung auf den Menschen funktioniert, ist noch Gegenstand aktueller Forschung, es gibt aber mehrere Vermutungen. „Am wahrscheinlichsten ist, dass sich der Mensch ebenfalls über den Kontakt mit Ausscheidungen von Spitzmäusen ansteckt“, schreibt das RKI. Direkter Kontakt mit der Feldmaus scheint dabei nicht notwendig zu sein – was darauf hindeutet, dass die Viren längere Zeit in der Umwelt infektiös bleiben. Infektionswege können sein:
  • Verunreinigte Lebensmittel/Wasser
  • Einatmen des Virus durch kontaminierten Staub
  • Kontakt oder Biss einer Spitzmaus
Möglicherweise spielen auch andere Tiere eine Rolle, z.B. Katzen, die Spitzmäuse jagen. Auch Katzen können sich mit dem Bornavirus infizieren, es sind aber nur wenige Fälle bekannt.
„Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr unwahrscheinlich. Andere Tiere als Spitzmäuse gelten ebenfalls als nicht-infektiös für Tier und Mensch,“ so das RKI.

Symptome des Bornavirus: Kopfschmerzen, Fieber – tödlicher Verlauf

Die Patienten, die nachweislich mit dem Bornavirus erkrankt waren litten an folgenden Symptomen:
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Neurologische Auffälligkeiten: Sprachstörungen, Probleme beim Gehen, Desorientierung
  • Gehirnentzündung
  • Im Weiteren Verlauf: Koma
In den meisten bekannten Fällen war beim Menschen der Verlauf tödlich.
2017 war eine Person in Brandenburg an dem Virus gestorben. Es gibt aktuell keine bekannte Therapiemöglichkeit.
Der aktuelle Fall in Sachsen-Anhalt ist nach einem Fall in Thüringen der dritte bestätigte Fall nördlich von Bayern, wo bisher die meisten Fälle registriert wurden. Zwischen 2017 und 2019 waren es jährlich zwei Fälle.

Infektion mit dem Bornavirus: Wie kann man die Krankheit verhindern?

Nach Angaben des RKI ist nicht ganz klar, wie die Infektionsketten der aktuellen Fälle sind. Man geht davon aus, dass der Kontakt mit der Spitzmaus selten passiert und daher die Krankheit auch selten unter Menschen verbreitet wird. Potenzielle Risiken sind Arbeiten und Aktivitäten im Freien, z.B: in der Land- und Forstwirtschaft. Zudem empfiehlt das RKI:
  • Spitzmäuse nicht als Haustiere halten
  • Tote und lebende Spitzmäsue nicht mit den bloßen Händen anfassen
  • Bei vorhandener Population von Spitzmäusen: Nahrungsquelle entziehen, damit kein Kontakt entstehen kann