Friedrichshafen Bodensee-Gästekarte künftig auf Papier

Prototyp der „Echt-Bodensee-Card“ am Ufer des Bodensees. Foto: Felix Kästle/Archiv
Prototyp der „Echt-Bodensee-Card“ am Ufer des Bodensees. Foto: Felix Kästle/Archiv © Foto: Felix Kästle
Friedrichshafen / DPA 16.01.2018

Rund ein Jahr nach der Einführung der Echt Bodensee Card (EBC) steht deren elektronische Form erstmal vor dem Aus. Die umstrittene Gästekarte werde zunächst auf Papier weitergeführt, sagte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Deutsche Bodensee Tourismus (DBT), Enrico Heß, am Dienstag in Friedrichshafen. Darauf werde unter anderem der Name des Gastes, der Gültigkeitszeitraum, der Gastgeber und die Urlaubsgemeinde aufgedruckt. Die Chipkarte solle dennoch weiterentwickelt werden - wann sie wieder eingesetzt werden könne, sei aber noch unklar.

„Die EBC ist mitnichten weg vom Tisch, sondern ändert nur ihren Aggregatzustand“, sagte der Sprecher des Landratsamtes im Bodenseekreis, dem größten Gesellschafter der DBT. Auch die wichtigsten Ziele der EBC - die freie Fahrt mit Bus und Bahn im entsprechenden Verkehrsgebiet sowie Vergünstigungen etwa bei Veranstaltungen und Ausflugszielen - werde es 2018 für die Gäste der teilnehmenden Gemeinden weiterhin geben. Künftig solle die Papierkarte auch einen speziellen Strichcode tragen, der von Geräten im Nahverkehr gelesen werden könne.

Die Gästekarte war Anfang 2017 in Langenargen, Sipplingen, Eriskirch (alle Bodenseekreis) und Bodman-Ludwigshafen (Kreis Konstanz) gestartet. Während die DBT von einer hohen Akzeptanz bei den Gästen spricht, lehnten einige Gastgeber sie unter anderem wegen des hohen Aufwands ab. Aus mehreren Gemeinden wurden auch sogenannte Normenkontrollklagen beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim eingereicht - nach dessen Urteil müssten nun organisatorische, formelle und technische Details des Systems auf den Prüfstand. Ein weiterer Schlag für die EBC kam im Herbst: Der technische Betreiber der Karte meldete Insolvenz an.

Die Kritiker der Karte bleiben auch nach der Umwandlung in Papierform skeptisch. Nötig sei eine kreisübergreifende ÖPNV-Gästekarte, die anders als die EBC beispielsweise auch im Kreis Konstanz gelte, und die ein neutrales Logo trage, sagte beispielsweise ein Sprecher des Gastgebervereins Uhldingen-Mühlhofen. In einem zweiten Schritt könne man diese dann auch seeübergreifend etwa mit Österreich und der Schweiz anstreben.

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