Daillon Bluttat in Schweizer Alpendorf

Die Polizei hat den Tatort im schweizerischen Daillon abgesperrt. Foto: afp
Die Polizei hat den Tatort im schweizerischen Daillon abgesperrt. Foto: afp
Daillon / DPA 04.01.2013
Ein friedliches Dorf in den schönen Walliser Alpen. Das war Daillon - bis plötzlich Schüsse durch die abendliche Stille peitschen und drei Frauen töten.

Ein möglicherweise psychisch kranker Mann hat in einem Schweizer Bergdorf drei Frauen erschossen und zwei Männer verletzt. Polizisten stoppten den 33-jährigen Schützen - ein Einwohner des Dorfes Daillon im Alpenkanton Wallis - am Mittwochabend mit Schüssen. Er wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. "Sonst hätte er sicher noch weiter getötet", sagte die ermittelnde Staatsanwältin Catherine Seppey gestern.

Der Mann hatte laut Polizeiangaben einen alten Armeekarabiner und ein Jagdgewehr bei sich; er schoss aus beiden Waffen. Die Frauen - alle drei starben noch am Tatort - waren 32, 54 und 79 Jahre alt. Möglicherweise sei ein Beziehungsdrama Auslöser der Bluttat. Die Opfer und der Täter hätten sich gekannt, hieß es bei der Polizei.

Unter den Betroffenen ist ein Ehepaar. Während die 32-jährige Frau von den Schüssen tödlich getroffen wurde, überlebte ihr 33-jähriger Mann mit schweren Schussverletzungen. Die getötete Frau hinterlässt zwei kleine Kinder. Der andere verletzte Mann ist 63 Jahre alt.

Mindestens eine der getöteten Frauen scheint allerdings rein zufällig ins Schussfeld des Täters geraten zu sein: "Meine Schwägerin hörte die Schüsse, lief auf die Straße und wurde erschossen", sagte die Wirtin des Restaurants "Alpes", Josette Dessimoz, der Zeitung "Blick".

Der Täter war laut Behördenangaben 2005 in einer psychiatrischen Einrichtung behandelt worden. Der 33-Jährige bezog eine Invalidenrente für Arbeitsunfähige. Der Mann soll immer wieder Drogenprobleme gehabt haben. Bei der damaligen Einweisung in die Psychiatrie wurde eine Waffe, die er legal besaß, beschlagnahmt und zerstört.