In den 30 Jahren seit dem Mauerfall sind 704 000 Menschen aus den fünf Flächenländern der ehemaligen DDR nach Baden-Württemberg gezogen. Abzüglich der Wegzüge nach Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern ergibt das ein Plus von 336 000 Menschen, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch mitteilte. Allerdings kehrte sich das Verhältnis in den vergangenen Jahren um: Rund 2800 Einwohner verlor der Südwesten demnach seit 2014 an die ostdeutschen Bundesländer.

Dass zuletzt mehr Menschen nach Ostdeutschland als in den Südwesten gezogen sind, liegt nach Einschätzung von Werner Brachat-Schwarz vom Landesamt an der verbesserten Arbeitsmarktsituation im Osten. Es seien viele Menschen im erwerbsfähigen Alter weg- oder zurückgezogen. Auch die höheren Lebenshaltungskosten in Baden-Württemberg könnten eine Rolle spielen. Besonders unmittelbar nach der Wende waren viele Ostdeutsche in den Südwesten gezogen. Vor allem in den Ballungsraum Stuttgart. Die Auswertung bezieht sich auf die Jahre 1989 bis 2018 ohne Berlin.

Im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet verliert Baden-Württemberg seit 2014 mehr Einwohner als hinzukommen. Viele junge Menschen ziehen laut Brachat-Schwarz etwa nach Berlin oder Hamburg. Die innerdeutsche Wanderung macht aber nur einen kleinen Teil der Bevölkerungsentwicklung aus. Mit einer Zunahme um 46 000 Menschen im vergangenen Jahr schneide Baden-Württemberg im Vergleich gut ab. Das liege vor allem an der starken Zuwanderung aus dem Ausland.

Mitteilung des Statistischen Landesamts