Jahre nach einem mutmaßlichen Betrug um große Mengen Silber in Pforzheim kommt der Fall im Herbst vor das Landgericht Mannheim. Der Prozess wegen Betrugs, Untreue, Insolvenzverschleppung und Vortäuschens einer Straftat soll am 22. November beginnen, wie das Landgericht und die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilten. Zuvor hatte die „Pforzheimer Zeitung“ darüber berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte schon im Januar 2014 Anklage erhoben. Neben dem damaligen Geschäftsführer der Schmuckfirma stehen auch dessen Sohn und ein ehemaliger Prokurist vor Gericht. Verhandelt werden soll an mehreren Terminen bis ins Jahr 2020 hinein.

Die Verantwortlichen der Firma sollen in den Jahren 2010 und 2011 an einen Kunden 1,9 Tonnen Silber verkauft haben, obwohl sie darüber gar nicht verfügten, hatte die Staatsanwaltschaft bei der Erhebung der Anlage mitgeteilt. Der Kunde habe dadurch einen Schaden von rund 990 000 Euro erlitten. Der Haupttäter und sein Sohn sollen bei der Polizei außerdem einen Diebstahl von Waren in Millionenhöhe angezeigt haben, der sich aber nie zugetragen haben soll.