Glosse Berliner Radweg schwer auf Zack

Der Radweg im Zick-Zack.  Foto: Wolfgang Kumm/dpa
Der Radweg im Zick-Zack. Foto: Wolfgang Kumm/dpa © Foto: Foto: Wolfgang Kumm/dpa
Berlin / Dorothee Torebko 10.08.2018

Ist es Kunst? Ist es ein Tetris­spiel? Nein, es ist ein Radweg. Ein Berliner Radweg, um genau zu sein. Statt mit einer geraden weißen Linie markierte eine Baufirma im bürgerlichen Stadtteil Zehlendorf einen Weg im Zickzack. Wer hier unterwegs ist und Freude an dieser Stecke hat, wird wohl entweder Slalomfetischist oder sturzbetrunken sein. Dann ist der Schlangenlinienkurs egal.

Über die irren Markierungen lacht die ganze Republik. Das ist einerseits peinlich, andererseits  könnte es auch ein kluger Schachzug der Hauptstadt sein. Nach dem Motto: Seht her, wir können nicht mal Radweg, wie soll dann ein ganzer Flughafen gelingen? Genau, geht nicht. Also habt bitte Mitleid mit uns. Und mit dem BER. Der wird eh nicht mehr fertig.

Allerdings gibt es auch einen Haken an dieser Taktik. Jetzt wartet alle Welt auf den nächsten Tiefschlag in Sachen Bauwesen. Das muss noch mehr Murks sein. Denkbar wären noch Kreisverkehre ohne Ausfahrt. Oder Schilder, die den Fahrer statt in den Norden in den Süden führen. Oder noch besser: nach Brandenburg. Dann wäre das Problem mit der überbevölkerten Stadt auch gelöst.

Berlin hat also noch eine Menge Potenzial, um Schabernack mit seinen Einwohnern zu treiben. Dass dann Deutschland ein bisschen über die Hauptstadt lacht, geschenkt. Da müssen die Berliner eben durch. Zur Not auch im Zickzack.

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