Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat wie bereits angekündigt am Montag in Wiesbaden die beliebtesten Babynamen 2019 bekanntgegeben. Hanna und Noah sind auf Platz eins. Keine anderen Namen wurden im vergangenen Jahr in Deutschland so häufig an Neugeborene vergeben, wie die GfdS mitteilte.

Das sind die beliebtesten Vornamen 2019 bei Mädchen

Bei den Mädchen landete Emma denkbar knapp hinter Hanna(h) auf Platz 2 der häufigsten Erstnamen - mit nur einem Zähler weniger, dahinter folgt Mia auf Platz 3.

  • 1. Hannah/Hanna
  • 2. Emma
  • 3. Mia
  • 4. Emilia
  • 5. Sophia/Sofia
  • 6. Lina
  • 7. Klara/Clara
  • 8. Ella
  • 9. Mila
  • 10. Marie

Das sind die beliebtesten Vornamen 2019 bei Jungen

Bei den Jungen liegen Ben und Paul auf den weiteren Rängen hinter Noah.

  • 1. Noah
  • 2. Ben
  • 3. Paul
  • 4. Leon
  • 5. Louis/Luis
  • 6. Henry/Henri
  • 7. Felix
  • 8. Elias
  • 9. Jonas
  • 10. Finn

Weiche Vornamen weiterhin beliebt und in den Top Ten

Vor allem bei den Mädchen seien die weichen Namen immer noch dominant, erläuterte die Sprachwissenschaftlerin und GfdS-Vorstandsmitglied Prof. Damaris Nübling. So finden sich unter den Top Ten unter anderem noch Emilia (4), Lina (6) oder Mila (9).

Das sind die Favoriten für die beliebtesten Babynamen ab 2020

Auf den hinteren Plätzen der aktuellen Namenslisten von 2019 mausern sich nach Einschätzung der Expertin die Favoriten der kommenden Jahre:

Hier arbeiteten sich bei den Jungen seit einigen Jahren folgende Namen vor:

  • Matteo (Rang 13)
  • Liam (20)
  • Milan (14)

Bei den Mädchen sieht die Expertin Potenzial für diese Namen:

  • Ida (18)
  • Frieda (13)
  • Charlotte (17)

Beliebte Babynamen werden immer häufiger auch Haustieren gegeben

Sprachwissenschaftlerin Nübling hat außerdem die Beobachtung gemacht, dass Familien ihren Haustieren zunehmend Menschennamen geben. „Auf dem Spielplatz weiß man ja oft nicht, ob jemand das Kind oder den Hund ruft“, sagte sie. Inzwischen seien Maja, Emma oder Lilly auch typische Namen für Hündinnen oder Katzen. Rüden oder Kater hießen gerne mal Paul, Felix oder Oskar. „Früher war das anders“, sagte Nübling. „Da hießen Hunde oft unabhängig vom Geschlecht Bello oder Fiffi, Lumpi oder Rex.“

Gesellschaft für deutsche Sprache hat erstmals zwischen Erstname und Folgename unterschieden

„Die Jungennamen sind in gewisser Hinsicht bunter“, sagte Nübling. Das Spektrum der beliebtesten Erstnamen sei an Vokalen und Konsonanten deutlich reichhaltiger. Die GfdS hat in diesem Jahr erstmals konsequent zwischen Erstnamen und Folgenamen unterschieden. Früher war von den Sprachforschern vor allem eine Gesamtliste ausgewertet worden. Die GfdS beruft sich auf Daten aus 700 Standesämtern in ganz Deutschland, damit würden 89 Prozent aller Geburten abgedeckt.

Die Entwicklung der beliebtesten Babynamen

Die Wissenschaftlerin gab zu bedenken, dass sich von Jahr zu Jahr kaum etwas fundamental bei der Namensgebung ändere. Dies sehe jedoch ganz anders aus, wenn man die Jahrzehnte in den Blick nehme. In den 1950er und 1960er Jahren seien kurze und etwas hart klingende Jungennamen modern gewesen, etwa Peter, Werner oder Klaus, erklärte Nübling. Dagegen hießen Mädchen zu dieser Zeit oft Gabriele, Ursula oder Angelika, hatten also längere und fließendere Namen. Erst ab den 70er Jahren seien auch die Jungennamen länger und bunter geworden - mit Michael, Christian oder Andreas.

Interessant wurde es auch wieder ab den 90er Jahren, als Jungennamen zunehmend weiblicher wurden - bis es schließlich in den 2000er-Jahren sogar Namen wie Luka oder Noah ganz oben in die Ranglisten schafften. Der Vokal „a“ am Ende des Namens sei zuvor nur bei Mädchen denkbar gewesen, sagte Nübling.