Stuttgart Bekannter Stuttgart-21-Gegner Ostertag stirbt mit 87

Stuttgart / DPA 14.05.2018

Der renommierte Bauexperte und bekannte Stuttgart-21-Gegner Roland Ostertag ist tot. Der 87 Jahre alte Architekt starb am 11. Mai in Stuttgart, wie seine Tochter am Montag sagte. Ostertag galt als Galionsfigur des Architekturforums Baden-Württemberg. Der ehemalige Dozent für Gebäudelehre und Entwerfen der Universität Braunschweig hatte vor allem die hohen Kosten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 kritisiert. Im Jahr 2010 sagte der frühere Präsident der Bundesarchitektenkammer: „Ich gehe von Kosten von mindestens 5,2 Milliarden Euro aus.“ Mittlerweile soll Stuttgart 21 bis zu 8,2 Milliarden Euro kosten und der neue Stuttgarter Bahnknoten 2025 in Betrieb gehen.

Ostertag, geboren in Ludwigsburg, engagierte sich unter anderem im Verein „Zeichen der Erinnerung“, der an die Deportation von Juden in verschiedene Konzentrationslager erinnert.

In Stuttgart ist Ostertag auch bekannt, weil er immer wieder öffentlich etwa die innerstädtischen Planungen als zu wenig vorausschauend kritisierte. Die Stadt müsse wieder verstärkt als komplexes Ganzes und nicht „als Addition einzelner Aspekte“ wie Verkehr oder Grundstücke betrachtet werden, sagte er Mitte der 90er Jahre.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) würdigte das Engagement Ostertags: „Stuttgart verliert einen äußerst produktiven Architekten und Stadthistoriker, einen bedeutenden Bürger“, so Kuhn. „Das Engagement von Roland Ostertag für Stuttgart, seine Häuser und seine Geschichte kannte keine Grenzen.“ Ostertag sei ein sympathischer Menschen gewesen, „mit dem die Unterhaltung immer fruchtbar und inspirierend war“.

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