Die vierte Welle der Pandemie hat den Freistaat fest im Griff. Die Lage ist ernst, die Intensivstationen laufen voll. Der Katastrophenfall wurde ausgerufen. Dagegen helfen sollen nun strenge Kontrollen, Impfungen und Auflagen für Ungeimpfte. Die Krankenhaus-Ampel in Bayern am Montag auf Rot gesprungen, weil auf den bayerischen Intensivstationen mehr als 600 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt werden mussten. Durch die rote Ampelstufe gelten in ganz Bayern neue Corona-Regeln, ab Dienstag, 16.11., gilt flächendeckend 2G.
  • Was bedeutet Warnstufe „Rot“ für die Corona-Regeln?
  • Wo gilt 2G, wo 3G-plus oder 3G? Ein Überblick.

Diese Corona-Regeln gelten seit 09.11.21 – Krankenhaus-Ampel auf Warnstufe „Rot“

Die Krankenhaus-Ampel des bayerischen Gesundheitsministeriums ist wegen der hohen Zahl von mehr als 600 Corona-Patienten auf den Intensivstationen am Montag auf Rot gesprungen. Damit sind seit Dienstag bayernweit die geltenden Zutritts- und Testregeln noch einmal deutlich verschärft, wie das Gesundheitsministerium am Montag auf seiner Internetseite mitteilte. Laut DIVI-Intensivregister sind, StandDonnerstag (11.11.21), 653 Menschen mit einer Corona-Infektion auf Bayerns Intensivstationen.

2G-Regel in Bayern kommt flächendeckend ab 16.11.

2G fast überall: Bei roter Krankenhaus-Ampel wie derzeit gilt nun auch in folgenden Einrichtungen 2G:
  • Gaststätten
  • in Hotels
  • und in anderen Beherbergungsbetrieben
Demnach haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. Ein alternativer PCR-Test reicht also künftig nicht mehr aus. Schon seit vergangene Woche gilt 2G für Theater, Kinos, Museen, Schwimmbäder und andere Freizeiteinrichtungen - lediglich Kinder unter 12 Jahren, für die noch keine Impfung zugelassen wurde, haben weiterhin Zugang, und für 12- bis 17-Jährige gilt für sportliche und musikalische „Eigenaktivitäten“ eine Übergangsfrist bis Jahresende. Bei körpernahen Dienstleistungen wie Friseuren bleibt es bei 3G plus - Ungeimpfte haben also weiter Zutritt, aber nur mit einem negativen PCR-Test. Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, gelten dabei laut Gesundheitsministerium als getestet, brauchen also beim Friseur keinen negativen PCR-Test.

Corona-Regeln Bayern: Diese Maßnahmen gelten bei einer „roten“ Krankenhaus-Ampel

  • Als Maskenstandard gilt wieder die FFP2-Maske (statt medizinischer Gesichtsmaske). In der Schule und für Kinder und Jugendliche gelten die schon gewohnten Sonderregeln (Stoffmaske in der Grundschule, im Übrigen medizinische Maske).
  • Pflegeeinrichtungen können zu Testkonzepten verpflichtet werden, die unabhängig vom Impfstatus mindestens zweimal wöchentlich obligatorische Tests (Antigen-Schnelltests oder PCR-Tests) für das Personal und Besucher vorsehen. Der Bund wird aufgefordert, die hierfür nötigen Voraussetzungen insb. in der Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung zu schaffen.
  • Für Clubs, Diskotheken, Bordellbetriebe und vergleichbare Freizeiteinrichtungen gilt 2G; das heißt Zutritt nur für vollständig geimpfte und genesene Personen, nicht mehr für Getestete.
  • Einrichtungen, Veranstaltungen etc., die bislang nach 3G-Regeln zugänglich waren, sind dann nur nach 2G zugänglich, also nur für Geimpfte und Genesene, nicht für Getestete. Ausgenommen werden hier die Gastronomie, Beherbergungsunternehmen und körpernahe Dienstleistungen wie Friseure. Hier bleibt es bei 3G plus (Zutritt für vollständig geimpfte und genesene Personen sowie für Personen die einen aktuellen negativen PCR-Test vorweisen). Ein Antigen-Schnelltest oder Selbsttest sind hier nicht ausreichend.
  • In Hochschulen, außerschulischen Bildungsangeboten einschließlich der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Bibliotheken und Archiven gilt weiterhin die Zugangsmöglichkeit auch mit Schnelltest (3G).
  • Die Zugangsregelung „3G“ (einfacher Schnelltest zweimal pro Woche genügt) gilt in Betrieben mit mehr als 10 Beschäftigten sowie für alle Beschäftigten, die während ihrer Arbeit Kontakt zu anderen Personen haben (egal ob Kunden, andere Beschäftigte oder sonstige Personen). Das gilt allerdings nicht für den Handel und den ÖPNV.
Diese Regeln gelten für alle Land- und Stadtkreise, in denen die rote Ampelstufe gilt. Vor allem für Ungeimpfte müssen mit vielen Einschränkungen rechnen.

FFP2-Maskenpflicht in Bayern seit 09.11.2021

m Montag war die Ampel auf die höchste Stufe gesprungen, weil auf den bayerischen Intensivstationen am Montag mehr als 600 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt werden mussten. Der Maskenstandard war schon am Sonntag auf FFP2 erhöht worden.

2G-Regel Bayern bei Ampel-Warnstufe „Rot“

Die 2G-Regel, bei der nur vollständig geimpfte und genesene Personen Zutritt haben, aber nicht getestete Personen, gilt laut dem Landratsamt für folgende Bereiche:
  • Gastronomoie
  • Hotels und Beherbergungsbetriebe
  • öffentliche und private Veranstaltungen bis 1.000 Personen in nicht privaten Räumlichkeiten
  • Sportstätten und praktische Sportausbildung, Fitnessstudios
  • Kulturbereich mit Theatern, Opern, Konzerthäusern, Bühnen, Kinos, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Objekte der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
  • zoologische und botanische Gärten
  • Freizeiteinrichtungen einschließlich Bäder, Thermen, Saunen, Solarien, Seilbahnen und Ausflugsschiffe, Führungen, Schauhöhlen und Besucherbergwerke, Freizeitparks, Indoorspielplätze, Spielhallen und -banken, Wettannahmestellen
  • touristischer Bahn- und Reisebusverkehr und infektiologisch vergleichbare Bereiche
  • Clubs, Diskotheken, Bordellbetriebe und vergleichbare Freizeiteinrichtungen
Ausnahmen: Diese gelten für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können und dies durch Vorlage eines schriftlichen ärztlichen Zeugnisses im Original nachweisen können sowie einen negativen PCR-Test vorweisen. Eine weitere Ausnahme gilt für Personen unter 12 Jahren (bis zum Erreichen des 12. Geburtstags). Für Kinder unter 12 Jahren ist zudem kein zusätzlicher Testnachweis erforderlich. Anbieter, Veranstalter und Betreiber sind zur Überprüfung der vorzulegenden Impf- und Genesennnachweise verpflichtet.

Weihnachtsmärkte in Bayern, obwohl Corona-Ampel auf Rot steht?

Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek bekräftigten ferner auf Nachfrage das Ziel, dass Weihnachtsmärkte und auch die Skisaison stattfinden können. Es handle sich dabei um Aktivitäten im Freien, das erleichtere das Ganze, sagte Holetschek. Man werde die kritische Situation in den Kliniken aber weiter genau beobachten. Söder sagte zu Weihnachtsmärkten und Tourismus, denkbar sei für ihn etwa eine strengere Maskenpflicht. Generell sprach er sich aber für eine bundesweit einheitliche Regelung aus.

3G-plus-Regel Bayern: Hier gilt bei roter Krankenhausampel noch der PCR-Test

Zugang haben bei der 3G-plus-Regel vollständig geimpfte und genesene Personen und zudem Personen, die einen aktuellen negativen PCR-Test vorweisen. Ein Antigen-Schnelltest oder Selbsttest sind hier nicht ausreichend. Erleichterungen zur Maskenpflicht, Abstand oder Personenobergrenzen wie sie beim freiwilligen 3G plus vorgesehen sind, sind nicht möglich. Hier gilt die Regel:
  • Dienstleistungen, bei denen eine körperliche Nähe zum Kunden unabdingbar ist und die keine medizinischen, therapeutischen oder pflegerischen Leistungen sind.

Corona-Regeln in Bayern: Verschärfungen nach Kabinettssitzung am 9.11.

Am Dienstag, 9.11. will das Kabinett über die sich immer weiter zuspitzende Lage beraten. Als denkbar galten neuerliche Nachschärfungen in einzelnen Bereichen, aber auch gewisse Erleichterungen für Schüler - für 12- bis 17-Jährige gibt es erst seit August eine Impfempfehlung.
In der Schule wird es für Schüler und Schülerinnen allerdings erst einmal wieder härter. Die Maskenpflicht an Schulen ist bis auf unbestimmte Zeit verlängert worden.
Zudem wurde für minderjährige Schüler über zwölf Jahren, die regelmäßig auf Corona getestet werden, bis zum Ende des Jahres eine Ausnahmeregel beschlossen, damit sie auch ungeimpft ihre sportlichen und musikalischen Hobbys fortführen können. Demnach gilt für Schüler für sportliche und musikalische Eigenaktivitäten und für Theatergruppen bis Jahresende eine Ausnahme von der neuen Zugangsbeschränkung nach der 2G-Regel (nur für Geimpfte und Genesene). Die Ausnahmeregel gelte aber nicht für Besuche von Stadien, Clubs, Konzerten und ähnlichen Freizeitangeboten in Innenräumen.

Krankenhausampel in Bayern auf Rot: Was gilt beim Arbeiten?

Springt die bayerische Krankenhaus-Ampel auf Rot, müssen ungeimpfte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten, die Kontakt zu anderen Menschen haben, zwei Mal pro Woche einen negativen Test vorlegen. Wirtschaftsverbände begrüßten die Regelung grundsätzlich als notwendig zur Vermeidung eines Lockdowns. Es müsse jedoch geklärt werden, dass Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Mitarbeiter einsehen könnten.

Warnstufe Rot: Corona-Regeln in der Schule – Was gilt?

Zum Schutz der vielfach noch ungeimpften Schüler beschloss das Kabinett, dass die Maskenpflicht an Bayerns Schulen auf unbestimmte Zeit verlängert wird. Die nach den Herbstferien zunächst befristet geltende Pflicht zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen bleibe an allen Schulen im Freistaat „bis auf weiteres“ gültig, hieß es.

2G-Regel Bayern Ausnahmen: Die Regeln für Schüler

Zudem wurde für minderjährige Schüler über zwölf Jahren, die regelmäßig auf Corona getestet werden, bis zum Ende des Jahres eine Ausnahmeregel beschlossen, damit sie auch ungeimpft ihre sportlichen und musikalischen Hobbys fortführen können. Demnach gilt für Schüler für sportliche und musikalische Aktivitäten und für Theatergruppen bis Jahresende eine Ausnahme von der neuen Zugangsbeschränkung nach der 2G-Regel. „Dies gilt auch für den Zugang zu Schwimmbädern, um dort zu schwimmen, und der aktiven Eigenteilnahme am Schwimmverein“, stellte das Gesundheitsministerium am Abend klar. Die Ausnahmeregel gilt aber nicht für Besuche von Stadien, Clubs, Konzerten und ähnlichen Angeboten in Innenräumen. Für alle jüngeren Schüler gilt die Ausnahme bereits.

Für Mitarbeiter in Hotels, Restaurants, Friseur und Co. genügen Schnelltests

Mitarbeiter von Hotels, in der Gastronomie und körpernahen Dienstleistungen müssen ab 10.11.201 nicht mehr zwingend zweimal pro Woche PCR-Tests durchführen lassen. Pro Arbeitstag können die Beschäftigten in Bayern auch einen Antigenschnelltest vorlegen, beschloss das Kabinett am Dienstag in München. Die Erleichterung gelte sowohl, wenn die Corona-Ampel wie derzeit auf Rot stehe, als auch bei Gelb.

3G-Regel in Bayern: In welchen Bereichen bleibt es bei „geimpft, genesen, getestet“?

Die normale 3G-Regel, bei der ein Schnelltest für Ungeimpfte und nicht Genesene reicht, gilt noch hier: Hochschulen, Tagungen, Kongresse, Bibliotheken und Archive, außerschulische Bildungsangebote einschließlich der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Musikschulen, Fahrschulen und die Erwachsenenbildung
Die Staatsregierung rief erneut mit deutlichen Worten dazu auf, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen und auch von der Möglichkeit einer Auffrischungsimpfung Gebrauch zu machen. „Tragen Sie dazu bei, dass die Lage nicht weiter eskaliert“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Richtung Bevölkerung. „Das Gesundheitssystem steht vor der Überlastung.“ Jeder Mensch in Bayern könne seinen Anteil leisten, mit vorsichtigem Verhalten und der Bereitschaft zur zeitnahen Impfung.

Kommt in Bayern die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen?

„Fakt ist: Die Krankenhäuser sind voll“, sagte Markus Söder bei . Er spreche dabei nicht nur von der Auslastung der Intensivbetten, sondern auch von der emotionalen Situation bei den Pflegekräften. Söder sprach sich auch für eine Impfpflicht in manchen Berufsgruppen aus.