„Sie verwenden ungern Eigenes?“ Das fragt der Autovermieter Sixt auf seinem jüngsten Werbeplakat. „Mehr Spaß am Leihen“ verspricht das Unternehmen für den Fall, dass sich jemand die Sixt-App auf sein Smartphone lädt. Über den dicken Lettern prangt das Gesicht von Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen. Daneben ist eine Luxuslimousine zu sehen. Die Anspielung ist eindeutig: Sixt nutzt die aktuellen Plagiatsvorwürfe um das Buch von Baerbock für eine Werbebotschaft, die im Kopf bleiben soll. Offenbar mit Erfolg: Auf Facebook wurde das Bild bereits tausendfach geteilt und kommentiert.

Baerbock-Buch: Plagiatsvorwürfe belasten die Grünen

Baerbock wird vorgeworfen, in dem Buch mit dem Titel „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ Textstellen ungekennzeichnet aus anderen Veröffentlichungen übernommen zu haben. In der „Süddeutschen Zeitung“ hatte sie am Donnerstag Fehler eingeräumt. „Rückblickend wäre es sicherlich besser gewesen, wenn ich doch mit einem Quellenverzeichnis gearbeitet hätte“, sagte sie der Zeitung. Sie habe bewusst auf öffentlich zugängliche Quellen zurückgegriffen, gerade wenn es um Fakten gehe, erklärte sie. „Aber ich nehme die Kritik ernst.“

„Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ bekommt Quellenangaben

Das Buch soll nun mit Quellenangaben versehen werden. Die Sprecherin des Ullstein-Verlags, Christine Heinrich, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag einen entsprechenden „Bild“-Bericht. „In Absprache mit der Autorin werden wir in einer möglichen nächsten Auflage sowie zum nächstmöglichen Zeitpunkt im E-Book zusätzliche Quellenangaben im Buch ergänzen“, teilte die Sprecherin mit. Dies entspreche grundsätzlich den Standards bei Nachauflagen und erfolge aus Gründen der Transparenz „auch unabhängig von der rechtlich zulässigen Übernahme von Passagen aus Public Domains“.

Jung von Matt: Die Werbeagentur hinter den Sixt-Kampagnen

Sixt ist bekannt für provokante Werbung, mit der gerne auch mal Seitenhiebe an Politiker verteilt werden. Der Autovermieter arbeitet dafür mit der Werbeagentur Jung von Matt zusammen. Das Hamburger Büro konnte in der Vergangenheit immer wieder mit Plakaten und Werbespots für Aufsehen sorgen. Ein bekanntes Beispiel ist der Clip für den Schweizer Bonbon-Hersteller Ricola:
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