Keine Abkühlung in Sicht Der August startet nach Hitzerekord auch wieder heiß

Offenbach / DPA 01.08.2018

Nach dem bisher heißesten Tag dieses Sommers geht das große Schwitzen auch im August weiter. Das aktuelle Supersommer-Tief „Juli“ bringt weiter subtropische Luft von Süd- und Südwesteuropa nach Mitteleuropa.

Heute soll es laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) bis zu 37 Grad heiß werden. Allerdings beginne der neue Monat in einigen Regionen eher turbulent: Von Südwesten bis nach Nordosten werde ein Gewitterstreifen über Deutschland erwartet. Dabei könnten örtlich Starkregen, Hagel und Sturmböen auftreten.

Schon in der heutigen Nacht kam es vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und im Norden Brandenburgs zu Gewittern mit Starkregen. Dennoch fielen die Temperaturen vielerorts nicht unter 25 Grad. „Wir haben eine sehr heiße Nacht“, sagte ein DWD-Meteorologin am frühen Morgen. Besonders warm war es etwa in Jeßnitz nördlich von Leipzig mit 28,5 Grad.

Die größte Hitze herrschte am letzten Juli-Tag in Bernburg in Sachsen-Anhalt, wo 39,5 Grad gemessen wurden. Die aus dem Jahr 2015 mit mehr als 40 Grad wurde aber nicht erreicht.

Backofentemperaturen gab es am Dienstag auch im fränkischen Kitzingen (39,0 Grad), in Demker bei Stendal (38,7 Grad), im thüringischen Artern (38,2 Grad), im baden-württembergischen Bad Mergentheim (38,3 Grad) und in Regensburg (38,2 Grad). Sogar auf der Ostseeinsel Poel waren es 37,1 Grad. Und auch in den nächsten Tagen soll es warm bleiben.

Der abgelaufene Monat dürfte voraussichtlich als verbucht werden - nach 2006, 1994, 1983 und 2010. Außerdem war er vermutlich nach 2006 der zweitsonnigste seit 1951. Die Sonne schien im Schnitt mehr als 300 Stunden, das Soll beträgt 212 Stunden.

Polizisten in Schleswig-Holstein . Wie die „Kieler Nachrichten“ auf ihrer Webseite berichten, hat Landespolizeidirektor Joachim Gutt den Beamten per Rundschreiben freigestellt, ob sie die Kopfbedeckung tragen oder nicht. Polizisten sollten dabei dem Schreiben nach „in Abwägung zum jeweiligen Einsatzzweck (Eigensicherung, Amtsautorität)“ entscheiden. Zuvor hatte es Kritik an den Mützen gegeben, weil sich ihr Kunstlederbezug bei dem Wetter stark aufheizt.

Glühende Hitze, ausgetrocknete Flüsse, verdorrte Felder: Vor 15 Jahren, im August 2003, machte schon einmal eine dramatische Dürre vielen Bauern in Deutschland zu schaffen - und löste staatliche Soforthilfe aus. Mehr als 12.000 Betriebe brauchten rasche Unterstützung, um zahlungsfähig zu bleiben. Der Bund schloss nach Angaben des Agrarministeriums mit Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine Vereinbarung und gab 36 Millionen Euro - insgesamt standen damit 72 Millionen Euro an Hilfen bereit.

In der aktuellen Dürrekrise fordert der Bauernverband Unterstützung von möglichst einer Milliarde Euro. Die Bundesregierung will erst nach Vorliegen der amtlichen Erntebilanz Ende August entscheiden, ob sie sich an möglichen Hilfen beteiligt. Dafür müssten Schäden von „nationalem Ausmaß“ festgestellt werden. Zuerst sind die Länder für Unterstützung in solchen Krisenfällen zuständig.

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