Colombus / AFP  Uhr

Mit dem Angebot einer Organtransplantation hat ein US-Todeskandidat die Vollstreckung seiner Strafe um mehrere Monate hinausgezögert. Eigentlich hätte der verurteilte Kindesmörder Ronald Phillips gestern hingerichtet werden sollen, doch die Regierung des Bundesstaats Ohio gewährte ihm im letzten Moment Aufschub. Der Termin wurde nun auf Juli 2014 verschoben. Bis dahin soll geprüft werden, ob Phillips vor seiner Exekution "nicht-lebensnotwendige" Organe wie eine Niere an seine schwerkranke Mutter oder Schwester spenden könne.

"Mir ist bewusst, dass wir uns damit auf unbekanntes Territorium wagen", erklärte Gouverneur John Kasich. "Aber wenn damit ein Leben gerettet werden kann, sollten wir das auch zulassen."

Der Antrag auf Organspende durch einen Todeskandidaten ist in den USA kein Einzelfall, kommt aber selten vor. Phillips war für die Ermordung der dreijährigen Tochter seiner Freundin 1993 zum Tode verurteilt worden. Er hatte ursprünglich darum gebeten, dass seine Organe nach der Hinrichtung entnommen werden. Damit wollte er seiner nierenkranken Mutter oder der Schwester helfen, die Herzprobleme hat. Potenziell sollten die Organe aber "so vielen Menschen wie möglich" zugutekommen.

Sein Antrag wurde von den Behörden aufgrund von "logistischen Schwierigkeiten" und "Sicherheitsrisiken" abgelehnt. Nun sollen Ärzte prüfen, ob das Anliegen doch noch umgesetzt werden kann.