Bodensee Aufregung um Kinder-Schokolade

Neue Gesichter auf den Packungen der Kinder-Schokolade.
Neue Gesichter auf den Packungen der Kinder-Schokolade. © Foto:  
Bodensee / EVA-MARIE MIHAI 25.05.2016
Pegidaner machen ihrer Empörung Luft. An sich nichts Neues, doch ist der Anlass dieses Mal immerhin origineller als bisher.

Pegidaner machen ihrer Empörung Luft. An sich nichts Neues, doch ist immerhin der Anlass dieses Mal origineller als bisher. Es geht um Kevin. Er ist der Erste, der ersetzt wurde – und zwar durch „Migrantenkinder“. Seit 2005 hat der blonde pausbäckige Junge von Packungen des Inbegriffs deutschen Stolzes gestrahlt, nämlich Kinder-Schokolade. Dort lächelt teilweise nun, eher müde als verkaufsheischend, ein Junge mit dunkler Hautfarbe.

Auf der Facebookseite von „Pegida BW – Bodensee“ bleibt die islamisierte Schokolade nicht unkommentiert. „Vor Nichts wird Halt gemacht. Gibts die echt so zu kaufen? Oder ist das ein Scherz?“ lautet dort ein Eintrag. Unter einem Foto des Corpus Delicti beteuern sich Kevin-Anhänger gegenseitig die konsequente künftige Kinder-Schoki-Abstinenz. „Ab heute esse ich keine Kinderschokolade“, gelobt beispielsweise ein Nutzer.

Vereinzelt taucht Protest gegen den Protest auf: „Stimmt, die Schokolade schmeckt jetzt bestimmt schlechter als vorher!“, kommentiert ein Nutzer ironisch. Der nächste macht höflich darauf aufmerksam, dass es sich um eine Werbeaktion zur Fußball-EM handelt und die „Migrantenkinder“ im Sommer in deutschen Trikots um die Europameisterschaft kicken werden.

Ein Blick links auf die Packung lässt keinen Zweifel übrig: „Unsere Fußball-Stars als Kinder“ steht da. Neben der Mini-Version von Jerome Boateng grinsen beispielsweise auch Ilkay Gündogan oder Shkodran Mustafi unschuldig von der unsportlichen Schoko-Packung.

Ergo: Auch Pegidaner können also fröhlich weiter vespern und bei wöchentlichen Protesten die Kalorien abmarschieren. Solange jedenfalls, bis es einem nach der Wahrheit Suchenden endgültig gelingt, die Verstrickungen der Kinder-Schokolade zu durchschauen. Hinter dem Lächeln des blonden Kevin steckt nämlich eine „Migrantenfirma“ namens Ferrero, mit Hauptsitz im überaus ausländischen Italien.

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