Wetter Aufräumen in Berlin

Pumpen, pumpen und nochmals pumpen. Die Berliner Feuerwehr war auch gestern noch im Dauereinsatz, um Keller zu entwässern.
Pumpen, pumpen und nochmals pumpen. Die Berliner Feuerwehr war auch gestern noch im Dauereinsatz, um Keller zu entwässern. © Foto: dpa
dpa 01.07.2017

Die Folgen der schweren Unwetter mit Starkregen vom Donnerstag haben die Einsatzkräfte in und um Berlin gestern weiter beschäftigt. In vielen Teilen im Norden und Osten Deutschlands kämpften Einsätzkräfte mit schweren Überschwemmungen. Die Lage entspannte sich aber fast überall weitgehend. Vor allem in der Hauptstadt waren die Auswirkungen des Unwetters aber länger zu spüren – hier hielt der Ausnahmezustand am Morgen an.

Für das Wochenende rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Teilen Deutschlands weiter mit Dauerregen. Die Intensität der Niederschläge lasse aber nach, hieß es. Für Berlin und Brandenburg wurde eine Unwetterwarnung vor extrem ergiebigem Dauerregen aufgehoben. Für den Nordosten und Norden warnte der DWD allerdings weiter vor andauernden Regenfällen und Sturmböen.

Der Süden bleibt verschont

In der Nacht war die Feuerwehr auch in Brandenburg, Niedersachsen und Bremen im Dauereinsatz.  Den Süden und Westen verschonte das Unwetter weitestgehend.

In Berlin waren hingegen in der Nacht und am Morgen hunderte Feuerwehrleute im Einsatz – häufigster Grund waren vollgelaufene Keller und U-Bahnstationen sowie überschwemmte Straßen. Hier war nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe ein Jahrhundert-Regen niedergegangen.

Am Morgen war der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt weiter gestört. Einige U-Bahnlinien waren unterbrochen, stellenweise wurde ein Pendelverkehr eingerichtet, wie die Berliner Verkehrsbetriebe mitteilten. Die Feuerwehr bat weiterhin darum, die Helfer nur dann bei Keller-Überschwemmungen zu rufen, wenn das Wasser höher als fünf Zentimeter steht.

Flugbetrieb normalisiert

An anderen Stellen entspannte sich die Lage schon am frühen Morgen. So lief am Flughafen Tegel früh der Betrieb wieder normal. Ein unterspültes Haus in Charlottenburg, bei dem zwischenzeitlich Einsturzgefahr bestand, wurde am Morgen von Statikern wieder freigeben. Auch auf der viel befahrenen Stadtautobahn A100 gab es der Polizei zufolge nach mehreren nächtlichen Sperrungen keine Störungen mehr.

Doch nicht nur in der Hauptstadt war „Land unter“. Auch in Brandenburg regnete es unaufhörlich – besonders betroffen war der Raum Oranienburg.

In Niedersachsen waren einige Straßen vorübergehend nicht befahrbar. Im Kreis Oldenburg drohte das Dach einer Waschanlage wegen der Wassermassen einzustürzen. Die Feuerwehr konnte das Gebäude aber sichern. In Bremen liefen einige Gullys über, auch wurden mehrere Straßen überschwemmt. Ein Baum stürzte auf ein parkendes Auto, verletzt wurde dabei aber niemand. Insgesamt sei Bremen von größeren Schäden verschont geblieben, teilte die Polizei mit.

Fast 200 Liter auf den Quadratmeter

Der Deutsche Wetterdienst hat am Freitag eine vorläufige Bilanz der sintflutartigen Niederschläge im Norden und Osten Deutschlands gezogen. In einem Gebietsstreifen von Cottbus über Berlin bis zur Prignitz und im südlichen Mecklenburg kamen am Donnerstag demnach binnen 24 Stunden Wassermengen von mehr als 100 Litern pro Quadratmeter zusammen.

Besonders extrem war es an der Wetterstation Berlin-Tegel – dort lag der Wert bei 197 Litern pro Quadratmeter. Das sei mehr als die doppelte durchschnittliche Juni-Menge für Berlin, hieß es. Doch die Fluten von Tegel waren möglicherweise nicht einmal die Rekordwerte, sondern nur die höchsten Wassermengen, die an Messstationen registriert wurden. Radarbeobachtungen lassen demnach vermuten, dass „sehr punktuell“ auch Spitzenwerte von 200 Litern auf einen Quadratmeter Bodenfläche prasselten. dpa

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