Auf Tagesmutter ist immer Verlass

NINA ALBUS 23.11.2012

Als Katja Stock auf der Suche nach einer Tagesmutter für ihre Tochter Lilian auf Sandra Mögenburg traf, hatte sie sofort ein gutes Gefühl. An den Tag kann sich die 36-Jährige noch gut erinnern: "Es war Sommer. Wir saßen im Garten und haben uns unterhalten. Das war so entspannt." Nach dem Gespräch wusste sie sofort, dass die Chemie stimmt. "Das wichtigste ist die Vertrauensbasis", sagt Stock, nur dann könne sie ihr Kind beruhigt in fremde Hände geben.

Die Entscheidung von Lilians Eltern beruhte aber nicht allein auf Sympathie: "Es war alles zusammen. Die Umgebung, der Garten, die Hängematte im Apfelbaum." Wichtig seien auch das pädagogische Konzept und das Spielmaterial gewesen. Mögenburg ist Erzieherin mit Montessori-Diplom, den Grundsatz "Hilf mir, es selbst zu tun" der Montessori-Pädagogik lebe sie auch. "Sie nimmt die Kinder ernst und unterstützt sie in ihrer Selbstständigkeit", sagt Stock. Zudem könne sie um Rat fragen: "Wenn ich unsicher bin, weiß ich, dass ich eine Fachkraft an meiner Seite habe."

Für die Jungingerin, die als Notarin bei der Stadt Heidenheim arbeitet, war von Anfang an klar, dass sie nach einem Jahr Elternzeit zurück in ihren Beruf will. "Ich habe das Jahr zu Hause genossen", sagt sie, aber ihr habe die geistige Anstrengung gefehlt: "Ich hatte einfach das Bedürfnis wieder zu arbeiten." Sie wollte jedoch nicht klassisch halbtags anfangen, sondern brachte Lilian drei Tage die Woche zur Tagesmutter, dafür aber jeweils acht Stunden. "Das wäre in einer Kindertagesstätte nicht möglich gewesen."

Stock schätzt die zeitliche Flexibilität ihrer Tagesmutter, auch dass sie zu Beginn der Betreuung die Dauer der Eingewöhnungszeit mitbestimmen konnte. "Ich wollte dafür mehr Zeit als nur ein paar Wochen." So brachte sie ihre Tochter schon mit acht Monaten stundenweise zu Mögenburg. Diese Vorzüge waren es ihr wert, monatlich etwa die Hälfte ihres Nettoeinkommens für die Betreuung zu bezahlen.

Heute ist Lilian fast drei, geht seit kurzem in den Kindergarten und an einem Nachmittag immer noch zu ihrer Tagesmutter. "Ich wusste einfach nicht, wie ich ihr das sagen sollte: ,Du darfst da jetzt nicht mehr hin", meint Stock. Schließlich sei Mögenburg nach den Eltern die wichtigste Bezugsperson für ihre Tochter. Aber Lilian hat noch mehr mitgenommen: Bei ihrer Tagesmutter hat sie ihren besten Freund kennen gelernt, der jetzt mit ihr in den Kindergarten geht.