Raumfahrt Astronaut Alexander Gerst trainiert für seinen ISS-Einsatz

Das Team steht: Astronaut Ale­xan­der Gerst (rechts) mit Sergej Prokopjew und Serena Auñón-Chan­cellor.
Das Team steht: Astronaut Ale­xan­der Gerst (rechts) mit Sergej Prokopjew und Serena Auñón-Chan­cellor. © Foto: Sven Kaufmann
Swjosdny Gorodok / Sven Kaufmann 23.01.2018

Trainieren für das Leben auf dem Außenposten der Menscheit: Im berühmten „Sternenstädtchen“ bei Moskau bereitet sich der deutsche As­tronaut Alexander Gerst (41) aus Künzelsau mit seinen Kollegen auf den Start zur Internationalen Raumstation vor. Das dreiköpfige Team, das am 6. Juni für die Mission „Horizons“ mit einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur abheben und dann gut fünf Monate lang im Orbit leben und arbeiten soll, ist mittlerweile komplett.

Neben „Astro-Alex“ Gerst und Kampfpilot Sergej Prokopjew (41) steigt die US-Fliegerärztin Serena Auñón-Chancellor (42) mit in die Sojus-Kapsel. Sie war eigentlich für eine spätere Mission vorgesehen, wurde aber vorgezogen. Sie springt für US-Astronautin Jeanette Epps ein. Gründe für den Wechsel nennt die Nasa nicht. „Ich wäre gerne mit Jeanette geflogen“, sagte Gerst. Vielleicht klappe es ein anderes Mal.

Übungen mit Tücken

Zurzeit sitzen die drei Raumfahrer im Kosmonauten-Trainingszentrum des Sternenstädchens häufig im Simulator für die Sojus-MS-Raumkapsel. Dort üben sie den Start zur ISS und ihre Rückkehr sowie An- und Abdock-Manö­ver im All. Denn Gerst ist diesmal Co-Pilot. Zu dem seit zwei Jahren laufenden Trainingsprogramm gehört aber auch das Meistern von Krisensituationen.

Die Trainer im Kontrollraum neben der Kapsel spielen immer wieder überraschende, heikle Szenarien ein. Zum Beispiel einen Druckverlust oder den Ausfall eines Triebwerks. Oft lassen sie bis zu 15  Probleme auftreten, teils sogar gleichzeitig. Das bedeutet Stress für die Astronauten. Jedes Training wird hinterher mit Noten bewertet. Es gebe immer wieder Trainingseinheiten, bei denen man nach mehreren Stunden „schweißnass“ aus der engen Kapsel komme, erzählt Gerst.

Für den Esa-Astronauten ist es nach seinem Einsatz 2014 bereits der zweite Aufenthalt auf der ISS. Diesmal wird ihm eine besondere Ehre zuteil: Als erster Deutscher wird er während der zweiten Hälfte seines Aufenthalts Kommandant der riesigen Raumstation. Für ihn sei das ein Riesenkompliment, freut er sich.

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