Stuttgart Arbeitsunfall oder nicht? Überraschende Urteile

Auf einem Tisch liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/Archiv
Auf einem Tisch liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/Archiv © Foto: Uli Deck
Stuttgart / DPA 24.07.2018

Arbeitsunfall im Home Office, am Smartphone, während der Projektarbeit - das Landessozialgericht hat zuletzt etliche Entscheidungen zur Reichweite der gesetzlichen Unfallversicherung getroffen. Mit Blick auf neue Arbeitswelten müsse die Rechtsprechung immer wieder neu justiert werden, sagte Gerichtspräsident Bernd Mutschler am Dienstag in Stuttgart. So urteilte das Gericht:

- Wer auf dem direkten Heimweg mit dem Auto hält, um E-Mails oder SMS zu checken, steht nicht mehr unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung (Az: L 9 U 764/16).

- Wer Kollegen tätlich angreift und sich dabei selbst verletzt, kann nicht den Schutz der Unfallversicherung für sich beanspruchen. Auch wenn es im Streit um den Job ging (Az: L 1 U 1504/17).

- Wer auf dem Heimweg mit Arbeitskollegen über betriebliche Vorgänge in Streit gerät und zusammengeschlagen wird, hat Anspruch auf Anerkennung eines Arbeitsunfalls (Az: L 1 U 1277/17).

- Wer sich beim morgendlichen oder abendlichen Duschen bei einer Dienstreise im Hotel eine Legionellen-Erkrankung zuzieht, steht im Regelfall nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung (Az: L 3 U 4168/17).

- Wer drei Stunden früher als gewöhnlich zur Arbeit fährt, um noch private Dinge zu erledigen, hat ebenfalls keinen Anspruch auf Anerkennung eines Arbeitsunfalls (Az: L 8 U 4324/16).

- Projektarbeit außerhalb der Schule steht unter dem Schutz der Unfallversicherung, sie gilt als Form modernen Unterrichts (Az: B 2 U 8/16).

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