Bangkok App soll dreiste Taxifahrer zügeln

Taxiflut in Bangkok.
Taxiflut in Bangkok. © Foto: afp
Bangkok / FRIEDERIKE SPOHR 08.06.2015
Unzuverlässige Taxifahrer gehören in Bangkok zu den größten Ärgernissen für Touristen. Seit Frühjahr können sich Passagiere mit einer App wehren.

Oft fallen Besuchern in Bangkok zuerst die bunten Taxis auf. Doch was niedlich aussieht, entpuppt sich oft als eines der größten Ärgernisse des Urlaubs. Denn Bangkoks Taxifahrer gelten als notorisch unzuverlässig.

Nicht nur Touristen ärgern sich darüber. Auch unter Einheimischen haben die Fahrer keinen guten Ruf. Die Regierung hat nun zur Jagd auf die schwarzen Schafe der Branche geblasen - und hat die Smart-phone-App "DLT Check-in" herausgegeben, mit der Passagiere bei Behörden petzen können. Binnen weniger Wochen reichten Passagiere fast 2000 Beschwerden ein, wie das Transportministerium meldet. Rund einem dutzend Fahrer wurde deshalb die Lizenz entzogen. Das Programm soll nun auf ganz Thailand ausgeweitet werden, denn in Touristenhochburgen wie Pattaya ist die Situation ähnlich.

An Kritikpunkten mangelt es nicht: Taxis sind oft verwahrlost, die Fahrer rasen, drehen eine Extrarunde oder wollen einen zu Nachtklubs fahren statt zum Hotel. Das größte Übel: Fahrer weigern sich oft, Passagiere mitzunehmen oder das Taxameter einzuschalten.

Zu gewissen Uhrzeiten ist es vor Bangkoks Einkaufszentren oder an Touristenattraktionen fast unmöglich, ein Taxi zu bekommen - außer gegen einen gehörigen Aufpreis. Der ist für Touristen ärgerlich und für Einheimische unerschwinglich. Dabei sind die 100.000 Taxis so gut wie unverzichtbar - das Nahverkehrssystem ist kaum entwickelt.

Grund für die sture Haltung der Fahrer ist aber auch ein ungerechtes Abrechnungssystem. Denn die Fahrer verdienen hauptsächlich an zurückgelegten Metern, aber nur wenig an der Fahrtdauer. Weil es in den verstopften Straßen Bangkoks immer nur sehr langsam vorangeht, ist das ein extrem schlechtes Geschäft. Die Fahrer, die rund 11.500 Baht (300 Euro) pro Monat verdienen, können es sich einfach nicht leisten, im Stau zu stehen.

Statt mit einer Änderung des Abrechnungssystems versuchen die Behörden mit anderen Anreizen zu motivieren. Sind Passagiere zufrieden mit einem Fahrer, können sie ihn über die App auch loben. Besonders gute Fahrer sollen sich dann bald ein Zertifikat an die Scheibe kleben dürfen. Noch überwiegt aber die Unzufriedenheit unter den meisten Kunden: Mit nur 800 positiven Rückmeldungen ist die Zahl der Tadel deutlich höher.