Dortmund Anschlag auf BVB: Bomben waren eine tödliche Gefahr

Der Angeklagte Sergej W. wird zur Anklagebank gebracht. Foto: Ina Fassbender/Archiv
Der Angeklagte Sergej W. wird zur Anklagebank gebracht. Foto: Ina Fassbender/Archiv © Foto: Ina Fassbender
Dortmund / DPA 08.01.2018

Die Bomben, mit denen im April 2017 ein Anschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund verübt wurde, waren nach Ansicht eines Ermittlers des Bundeskriminalamts eine tödliche Gefahr.

Im Prozess vor dem Dortmunder Schwurgericht sagte der Zeuge am Montag, ein Gutachter habe errechnet, dass tödliche Verletzungen ab einer Aufprallenergie von 79 Joule zu erwarten gewesen seien. Tatsächlich sei jeder einzelne der über 100 Stahlbolzen aus den Sprengsätzen mit einer Energie von 135 Joule auf sein Ziel geprallt.

Bei dem Anschlag am 11. April 2017 waren der Teambus des BVB beschädigt und Abwehrspieler Marc Bartra wahrscheinlich durch einen der Bolzen schwer am Arm verletzt worden.

Zu Beginn des zweiten Verhandlungstages hatte der Angeklagte Sergej W. zuvor die Tat gestanden, jedoch jede Tötungsabsicht bestritten. Er habe einen Anschlag vortäuschen wollen und die Sprengsätze mit Absicht so konzipiert, dass Personenschäden nicht zu erwarten gewesen seien, sagte der 28-Jährige.