Mehrere hunderttausend Euro Schaden soll ein Geschäftsmann im Raum Karlsruhe und im Rhein-Neckar-Kreis angerichtet haben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilten, soll der 46-jährige Chef von zehn Investment- und Wohnbaufirmen seit 2010 mit einem Kapitalanlagemodell zahlreiche Kunden um ihre Einlagen gebracht haben. Wie viele Geschädigte es gibt, ist noch unklar. „Wir stehen noch am Anfang der Ermittlungen“, sagte ein Polizeisprecher.

Der Mann soll eine Art Schneeballsystem genutzt haben. Dabei gibt es Gewinne fast nur durch neue Teilnehmer, die frisches Kapital einbringen. Der Karlsruher Geschäftsmann soll - entgegen der Verträge und Zusagen - nur einen geringen Teil des Kapitals seiner Kunden in Immobilien investiert haben. Das meiste Geld habe er verwendet, um eigene Ansprüche oder die anderer Anleger zu befriedigen. Ein Teil sei wohl innerhalb des Firmengeflechts verschoben worden.

Der Schwindel flog nach mehreren Anzeigen auf. Nach monatelangen Ermittlungen durchsuchten Wirtschaftskriminalisten am Mittwoch die Wohn- und Geschäftsräume des Mannes. Dabei habe sich der Verdacht des Betruges, der Untreue sowie des Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz erhärtet. Sichergestellte Unterlagen und Rechner werden nun ausgewertet. Im Zuge der Ermittlungen fiel zudem auf, dass der 46-Jährige weiter Auto fuhr, obwohl er seit November keinen Führerschein mehr hatte. Der Mann ist auf freiem Fuß.

PM der Polizei