Mannheim Anklage gegen Ex-Geschäftsführer des Uniklinikums

Eine Bronzestatue der Justitia steht in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archiv
Eine Bronzestatue der Justitia steht in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archiv © Foto: Arne Dedert
Mannheim / DPA 19.01.2018

Im Skandal um verunreinigtes Operationsbesteck hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den früheren Geschäftsführer der Klinikum Mannheim GmbH erhoben. Das teilte die Behörde am Freitag mit. Der Verdächtige habe „trotz des von ihm erkannten dringenden Handlungsbedarfs“ die Maßnahmen für die gesetzlich vorgeschriebene Aufbereitung der Operations-Instrumente unterlassen. Die Gesundheit „einer Vielzahl von Patienten“ sei gefährdet worden. Die Mängel bei der Reinigung von OP-Besteck waren im Herbst 2014 aufgedeckt worden.

Allerdings könne ein Zusammenhang zwischen Infektionen, die bei Patienten aufgetreten waren und der Verwendung von möglicherweise nicht ordnungsgemäß aufbereiteten Instrumenten „nicht mit der im Strafrecht erforderlichen Wahrscheinlichkeit belegt werden“, betonte die Staatsanwaltschaft. Dies sei auch mit einem eingeholten rechtsmedizinischen Gutachten nicht zu belegen. In der Anklage geht es um einen möglichen Verstoß gegen das Medizinproduktegesetz.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte den Schritt. „Ohne Zweifel geht hiervon eine Signalwirkung für alle Verantwortlichen in den 2000 deutschen Kliniken aus - denn in der Regel trifft es nur die Kleinen, und die Großen kommen davon“, sagte Vorstand Eugen Brysch.

In dem Fall war ein weiterer Beschuldigter vom Amtsgericht Mannheim 2017 zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Verfahren gegen vier weitere Verdächtige wurde gegen Zahlung von Geldbußen eingestellt.

„Die Universitätsmedizin Mannheim hat mit der Staatsanwaltschaft bei ihrer sehr intensiven Prüfung der Vorwürfe jederzeit kooperiert“, sagte Jörg Blattmann, der seit Dezember 2014 Geschäftsführer des Klinikums ist. Die Einrichtung habe die geäußerte Kritik sehr ernst genommen und die genannten Mängel beseitigt. Das habe auch das Regierungspräsidium Karlsruhe nach mehreren Besuchen festgestellt.

Mitteilung

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