New York Anglerfisch und Facebook-Pflanze: Skurrilste neue Arten gelistet

New York / CHRISTINA HORSTEN, DPA 24.05.2016
Ein Käfer, eine Libelle, eine fleischfressende Pflanze, ein Tiefsee-Anglerfisch, eine Facebook-Pflanze: Forscher haben wieder ihre jährliche Liste der skurrilsten neuen Arten veröffentlicht – und von miniklein bis riesengroß ist alles dabei.

18.000 Arten sind letztes Jahr entdeckt worden. Daraus hat das Institut für Artenforschung der State University of New York seine alljährlichen Top Ten der bizarrsten neuen Entdeckungen zusammengestellt. Darunter die aufgrund von Facebook-Posts entdeckte riesige fleischfressende Pflanze, einen äußerst hässlichen Tiefsee-Anglerfisch und einen nach dem Bilderbuch-Bären Paddington benannten Mini-Käfer.

Die bis zu 123 Zentimeter große fleischfressende Sonnentau-Pflanze Drosera magnifica ist nach Angaben der Forscher die wohl erste per Facebook entdeckte neue Art. Wissenschaftler waren der in Brasilien heimischen Pflanze aufgrund von Fotos in dem Sozialen Netzwerk auf die Spur gekommen.

Die Pflanze, die sich von Insekten ernährt, stellte dann gleich auch noch einen Rekord als größte der bislang bekannten rund 200 Sonnentau-Arten auf. Die Drosera magnifica wächst wohl nur auf einem einzigen rund 1500 Meter hohen Berg und gilt als gefährdet.

Der im Golf von Mexiko entdeckte Tiefsee-Anglerfisch Lasiognathus dinema sei wohl die hässlichste neue Art auf der Liste, schreiben die Forscher. Der nur rund fünf Zentimeter kleine durchsichtig-braune Fisch hat wirr abstehende Barthaare und Zähne und eine Art weiße Rückenflosse, die an eine Angel erinnert.

Ebenfalls winzig ist der Käfer Phytotelmatrichis osopaddington, den Forscher in Peru entdeckt und nach dem Bilderbuch-Bär Paddington benannt haben. Ungefähr 25 dieser Käfer, die in Wasseransammlungen bei Bäumen leben, wären zusammen nur rund 2,5 Zentimeter lang.

Die Riesenschildkröten auf den Galapagos-Inseln vor Ecuador waren Forschern schon lange bekannt, aber eine Neuentdeckung unter ihnen hat es jetzt in die „Top Ten“ geschafft. Die rund 250 verbleibenden Mitglieder einer im Osten der Insel Santa Cruz lebenden Gruppe sind anders als zuvor gedacht eine eigene Art.

Sie bekam den Namen Chelonoidis donfaustoi im Gedenken an einen Mitarbeiter des Nationalparks mit dem Spitznamen Don Fausto, der sich mehr als 40 Jahre lang um die Schildkröten gekümmert hatte.

Nach dem Pink Floyd-Album „Ummagumma“, einem britischen Ausdruck für Sex, haben Wissenschaftler eine neu entdeckte Libellenart benannt. Umma Gumma wurde im afrikanischen Gabun entdeckt.

In Südafrika fanden Wissenschaftler Fossilien von einer bislang unbekannten Frühmenschen-Art. Wann Homo naledi genau gelebt hat, konnten die Forscher noch nicht herausfinden.

Ebenfalls ausgestorben ist der kleine Affe Pliobates cataloniae, dessen Überreste Wissenschaftler in Spanien fanden. Sie entdeckten Überbleibsel eines Weibchens, dem sie den Spitznamen „Laia“ gaben, auf einer Müllhalde in Katalonien. Es lebte wohl vor rund 11,6 Millionen Jahren, wog rund fünf Kilogramm, war 43 Zentimeter groß, kletterte auf Bäume und ernährte sich von Früchten.

Auch eine neue Assel-Art hat es in die „Top Ten“ geschafft. Die in Brasilien entdeckte Art Iuiuniscus iuiuensis ist blind, rund 9 Millimeter lang, durchsichtig und hat zahlreiche Beine. Anders als alle anderen bereits bekannten Asseln baut sich diese Art Schutzhügel aus Lehm.

Extrem bunt ist eine vor der Westküste Australiens neu entdeckte Art der Seenadel-Fische. Phyllopteryx dewysea ist 24 Zentimeter lang und rot mit pinken Streifen.

Den Baum Sirdavidia solannona hätten Wissenschaftler beinahe übersehen, dabei stand er fast direkt neben einer Hauptstraße in Gabun in einem als sehr gut erforscht geltenden Nationalpark. Der Baum ist weniger als sechs Meter hoch und hat Blüten.

Vielfalt der Natur

Arten Weitere 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit – fünfmal so viele wie bereits bekannt – warten noch auf ihre Entdeckung. Das schätzen die Forscher am Institut für Artenforschung der State University of New York. Seit 2008 veröffentlichen sie jährlich die ihrer Meinung nach skurrilsten Funde, um auf die Vielfalt in der Natur aufmerksam zu machen.

Liste Die ausführliche Liste der „Top 10 New Species for 2016“ steht, allerdings in englischer Sprache, im Internet unter newswise.com/articles/esf-lists-top-10-new-species-for-2016 

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