Glosse Angeln mit Haken

Dieser ziemlich üppige Hecht könnte demnächst verschont werden.
Dieser ziemlich üppige Hecht könnte demnächst verschont werden. © Foto: ©Spayder pauk_79/Shutterstock.com
Ulm / Tanja Wolter 16.05.2018

Hat die Polizei einen dicken Fisch am Haken, handelt es sich zumindest um einen Millionenbetrüger, wenn nicht gleich um einen Mafia-Boss. Zieht der Geschäftsmann einen großen Fisch an Land, kann er sich auf volle Auftragsbücher und satte Gewinne freuen. Beim Angeln gilt natürlich erst recht: je größer, desto besser. Wer einen Ein-Meter-Hecht fängt, ist selbstredend ein toller Hecht, auch wenn kein Mensch so viele Hechtklößchen in Dillsauce verdrücken kann. Sofern der kapitale Fisch überhaupt auf dem Tisch landet und nicht nur als Trophäe für Poser-Fotos herhalten muss.

Und nun das: Forscher aus Panama und Australien haben herausgefunden, dass ein großer weiblicher Fisch weit mehr zur Erhaltung seiner Art beiträgt als mehrere kleinere Exemplare, die zusammen das gleiche Gewicht auf die Waage bringen. „Große „Mamas“ sind, so die Veröffentlichung in der Wissenschaftszeitschrift „Science“, schlichtweg produktiver beim Eierlegen – und damit schützenswert.

Also downsizen am Hechtsee und kleinere Fische backen? Schließlich freut sich die Polizei ja auch über jeden Taschendieb, der ihr ins Netz geht. Und müssen die Bundesländer nun neue Schonmaße für Fischarten festlegen, damit sich die Großen ungestört vermehren können? Vorerst kann sich das gemeine Anglerherz beruhigen. Die Forscher haben vor allem den industriellen Fischfang im Blick. Nicht den Hobbyangler mit Rute, Kappe und Bierdose.