Glosse Amazons Sprachassistentin: Alexa ist eine Feministin

Amazons Sprachassistentin Alexa.
Amazons Sprachassistentin Alexa. © Foto: dpa
Seattle / Sandra Gallbronner 19.01.2018
Was muss sich eine elektronische Assistentin anhören – sogar üble Anmache. Amazons Alexa kontert blöde Sprüche jetzt.

Sexistische Bemerkungen gehören weltweit zum Alltag. Auch Alexa, die Sprachassistentin von Amazon, muss diese Erfahrung täglich aufs Neue machen. Manch ein Kunde scheut nicht davor zurück, ein elektronisches Gerät zu beleidigen.

Bis vor kurzem war die digitale Helferin eher zurückhaltend. Als Reaktion auf „Du bist eine Schlampe“ antwortete sie  „Danke für das Feedback“, schreibt das Wirtschaftsportal Quartz. Auf „Du bist heiß“, entgegnete sie „Nett, dass du das sagst.“

Jetzt nicht mehr. Denn allmählich platzt auch der Sprachassistentin der Kragen – nicht ganz zufällig, nachdem in den USA die MeToo-Debatte um sexuelle Belästigung hohe Wellen schlug. Ende 2017 forderte eine Petition im Internet Amazon sowie Apple dazu auf, Alexa und Siri umzuprogrammieren, um sich gegen Belästigungen zu wehren. Schließlich suggerieren ausweichende Antworten, dass es sich dabei um ein normales Verhalten handele.

Amazon reagierte: Mit der weiblichen Unterwürfigkeit ist nun Schluss. Ab sofort ist Alexa Feministin. Das bestätigt sie den Nutzern – zumindest in den USA – auf Nachfrage sogar und ergänzt: „Es ist wichtig über Gleichheit und soziale Gerechtigkeit zu reden.“ Apples Siri reagiert allerdings noch zurückhaltend.  Auf die Frage, ob sie Feministin sei, ertönt: „Wir sprachen über dich, nicht über mich“ oder „Das weiß ich nicht.“ Nur Mut, Siri!