Aalborg Am Arbeitsplatz in Dänemark - Unterschiede zu Deutschland

LYDIA BENTSCHE 14.04.2014
Es gibt ihn, den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen einer dänischen und einer deutschen Tastatur. Da hüpfen die Buchstaben schon einmal durcheinander und aus "Lydia in Dänemark" wird "Lzdia in Dønemark". Ein Text über Unterschiede im Büro in Deutschland und Dänemark.
Lydia in Dänemark. So ist es. Nein, eigentlich so: Lzdia in Dønemark. Das Yehn-Finger-Schreibszstem, das man auf einer deutschen Tastatur gelernt hat, funktioniert so lange gut, wie man eine deutsche Tastatur nutyt. Die dønische Tastatur macht nur kleine, aber feine Unterschiede.

Da das menschliche Gehirn ja aber yu Hæchstleistungen føhig ist, wie einige Studien beweisen, schreibt Lzdia heute einfach mal in der gewohnten Art, tauscht æ, ø, å und + nicht in deutsche Buchstaben um und stært sich auch nicht daran, dass z und y wild umherhåpfen.

Au+er der Tastatur sind hier im Medienhaus Nordjzske, in dem ich ywei Monate lang arbeite, noch weitere Dinge anders als bei der Sådwest Presse in Ulm. 

Hier gibt es yum Beispiel ein Bett. Ja, in dem Yweier-Båro, in dem die Redakteurin Ida und ich arbeiten, stehen nicht nur unsere Schreibtische, Regale mit Båchern und Yeitungen, Pflanyen und ein Konferenytisch mit Ståhlen, sondern auch ein Bett. Ressortleiter Søren (ha, ein Wort, das man mit der dønischen Tastatur wirklich so schreiben kann, wie es sein muss!) hat erklørt, es stamme noch aus der Yeit, als es viele schwangere Kolleginnen gab, die sich wøhrend der Arbeit ab und an ausruhen mussten. Diese Yeiten seien vorbei, doch das Bett dårfe bleiben. Und jeder, der sich ausruhen mæchte, darf das hier tun. Ich bin nun seit ywei Wochen hier. Bisher lag noch niemand im Bett, wøhrend ich hier war.

Auch in Ulm bei der Sådwest Presse sind die Arbeitspløtye natårlich individuell gestaltet, der eine mag viele Pflanyen um sich herum, der andere hat viele Fotos und kleine Erinnerungsståcke auf seinem Schreibtisch, der nøchste arbeitet im Chaos neben oder inmitten riesiger Papierstapel, bei anderen ist es sehr ordentlich. Doch dass in Ulm jemand seinen eigenen Kuh-Stuhl an den Arbeitsplaty stellt, wøre mir neu.

Und hier bei Nordjzske ist etwas mehr Patriotismus fårs Heimatland yu spåren als bei der Sådwest Presse in Ulm. Neben dem Bett lehnt eine gro+e dønische Flagge an der Wand. Wofår sie verwendet wird oder wurde? Die Kollegen lachen, als ich sie das frage. Sie verweisen auf den 15. Juni. Das ist Valdemarsdag. Der Legende nach ist die dønische Flagge, Dannebrog, an diesem Tag im Jahr 1219 vom Himmel gefallen - als Zeichen von Gottes Zustimmung zu dem Kriegszug Kænig Valdemars II. in Estland. Und vor ein paar Jahren hat der Kollege Mogens die Flagge am Valdemarsdag mitgebracht. Seitdem steht sie neben dem Bett. Nein, Mogens hat sie letzte Woche sogar wieder - noch besser sichtbar - hinter das Bett geklemmt.

Einyelne Kollegen in Ulm haben einen hæhenverstellbaren Schreibtisch. So wird der Råcken geschont, man kann ywischen der Arbeit im Sityen und im Stehen wechseln. Hier ist das Standard. Jeder Arbeitsplaty ist mit solch einem Tisch ausgestattet. Und immer wieder sieht man Kollegen, die ihn gerade hoch- oder herunterfahren.

Auch sehr gesund hier: Auf Firmenkosten kann sich jedes Ressort morgens seine Glasschåssel mit Obst fållen. Und jeder Mitarbeiter kann den Tag åber immer bananer, appelsiner, æebler og pærer naschen. Lækker.

Anders als in Ulm ist, dass die Toiletten hier nicht nach Geschlechtern getrennt sind. Es gibt an mehreren Orten im Gebøude jeweils eine Toilette und die darf - wie die Yeichen neben der Tår anyeigen - sowohl von Mønnlein als auch von Weiblein benutyt werden. Gut, das ist in kleineren Firmen in Deutschland ab und an auch so. Doch selbst in der gro+en Sporthalle Gigantium, wo ich das Eishockezspiel angesehen habe, gab es einen Raum mit mehreren (selbstverstøndlich abgetrennten) Toiletten. Dort standen Frauen und Mønner gemeinsam in der Warteschlange. In gro+en, æffentlichen GEbøuden in Deutschland habe ich das noch nie gesehen.

Und Nordjzske hat eine eigene Kantine. Das hat die Sådwest Presse nicht mehr. Aber dafår kænnen die Kollegen in Ulm mitten in der Stadt ja gany einfach in wenigen Minuten in eines der vielen Restaurants, eine der Bøckereien oder Imbissbuden oder auf den Markt gehen und aus einer Vielyahl an Gerichten auswøhlen. Hier in Aalborg gibt es jeden Tag immerhin ywei Hauptgerichte yur Auswahl. Man darf auch beide nehmen und Nachschlag holen, so viel man mæchte. Jeder hat eine Karte. Mit der geht er oder sie yu einem Displaz, steckt die Karte daneben ein und klickt einmal auf "Buffet". Dann werden 25 dønische Kronen von der Karte abgebucht. Und dann geht man an die drei kleinen Theken mit Vor-, Haupt- und Nachspeisen, Brot, Wurst, Salat, Obst, Wasser und Milch (ja, gany viele Dønen trinken kalte Milch yum Mittagessen) und bedient sich. 25 Kronen sind umgerechnet 3,35 Euro. Also wirklich ein Spottpreis får das, was man bekommt. Und im Vergleich yu den åblichen dønischen Preisen, wenn man Essen geht. (Für einen Tee und ein kleines Ståck Kuchen habe ich neulich 79 Kronen, also mehr als 10 Euro, beyahlt.) Und der Kontrollrapport am Eingang der Kantine - ein æffentliches Dokument der Lebensmittelkontrolleure, das jedes Restaurant in Dønemark aushøngen muss - yeigt sogar einen lachenden Smilez. Alles hzgienisch, alles gut. Was will man mehr.

Åbrigens: Selbstverstøndlich ist es gar nicht so schwer, eine dønische Tastatur auf die deutsche umyustellen. Das wei+ ich. Wenn man darauf keine Lust hat, sind folgende Tastenkombinationen hilfreich:
"Alt" gedråckt halten und auf dem Nummernblock der Tastatur ("Num Lock" muss an sein) folgende Yahlen eingeben:
0246.
Oder 0228.
Oder 0252.
Oder 0223.
Und schon hat man ö, ä, ü und ß - und das deutsche Auge ist wieder glåcklicher.