In Deutschland sind nach einer Mitteilung des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erstmals Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Hausschweinen in Brandenburg aufgetreten. Dies habe das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) am Donnerstag nachgewiesen. Bislang war diese Schweinepest in Deutschland nur bei Wildschweinen aufgetreten.

Afrikanische Schweinepest für Menschen ungefährlich

Die positiv getesteten Schweine stammen demnach aus einem Bio-Betrieb im Landkreis Spree-Neiße und einer Kleinst-Haltung im Landkreis Märkisch-Oderland. Damit liegen auch die Fälle bei Hausschweinen in den bereits von der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen betroffenen Landkreisen nahe der polnischen Grenze. Um die betroffenen Betriebe sollen jetzt Schutzzonen und Überwachungszonen eingerichtet werden. Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich, teilt das Ministerium weiter mit. Sie kann weder durch den Verzehr von Schweinefleisch noch Kontakt zu Tieren auf den Menschen übertragen werden. Es handelt sich dabei um eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine - sowohl Wild- als auch Hausschweine - betrifft und für sie meist tödlich ist.

Schweinepest bei Hausschweinen - Suche nach der Ursache

„Wichtig ist nun, dass wir zügig die Ursache für den Eintrag in die Schweinebestände finden, damit wir wissen, welchen Weg das Virus genommen hat“, teilte Landesministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) mit. „Dass die Fälle offenbar schnell gefunden wurden zeigt, dass das Tierseuchenmonitoring funktioniert.“

Afrikanische Schweinepest seit einem Jahr auch in Deutschland

Seit bald einem Jahr grassiert das Virus auch in Deutschland, betroffen waren bislang allerdings nur Wildschweine. Fast 1270 Fälle wurden laut Ministerium allein in Brandenburg nachgewiesen. Die Schweinepest ist für Menschen ungefährlich. Für Schweine ist das hochansteckende Virus aber in der Regel unheilbar und tödlich. Eine Impfung gibt es bislang nicht.

Schweinepest: Brandenburg, MV und Sachsen mit Schutzzaun nach Polen und Osteuropa

Landwirte und Masttierhalter fürchteten daher schon lange, dass die Krankheit von den Wildtieren auch auf Nutzschweine übergreifen würde. Die Seuche hat sich über Osteuropa nach Deutschland ausgebreitet. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben deshalb bislang einen rund 670 Kilometer langen ASP-Schutzzaun nach Polen und Osteuropa gebaut. Ein zweiter Zaun ist in Planung. Nonnemacher appellierte an die Landwirte, „die strengen Biosicherheitsmaßnahmen strikt weiter einzuhalten, gerade auch in Kleinstbetrieben, um weitere Ausbrüche in Hausschweinehaltungen zu verhindern“.

Afrikanische Schweinepest: Landwirte warnen vor weiteren Preissenkungen

Nach den ersten Fällen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Hausschweinen in Deutschland hat der Dachverband der Schweinehalter Schlachtunternehmen und Handelskonzerne zur Solidarität mit den Landwirten aufgerufen. Torsten Staack, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN), sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ): "Die Bauern machen jetzt schon 30 bis 40 Euro Verlust pro Schwein, während andere sich die Taschen vollmachen. Ich erwarte von Fleischwirtschaft, Handel und Gastronomie, die Not nicht weiter zu verschärfen." Es gebe keinen wirtschaftlichen Grund, jetzt die Auszahlungspreise noch weiter zu senken.
Staack erwartet durch die jetzigen Nachweise keine weitergehenden Einschränkungen. Die betroffenen Hausschweine wurden innerhalb von Restriktionszonen in Brandenburg gehalten, in denen zuvor schon an ASP verendete Wildschweine gefunden worden waren. Nach den ersten ASP-Funden bei Wildschweinen im September 2020 waren die Schweinefleischpreise um 20 Cent das Kilo eingebrochen.