Berlin „Vollalarm“ und Flut im Supermarkt: Feuerwehr pumpt nach Kräften

Berlin / DPA 23.07.2016

Heftige Gewitter mit Starkregen haben erneut etliche Regionen Deutschlands heimgesucht und erhebliche Schäden angerichtet. In Bad Gandersheim in Niedersachsen etwa überschwemmte der Regen laut Polizei mehrere Straßen. 60 Liter Wasser pro Quadratmeter seien in weniger als einer Stunde gefallen. Bundesstraßen wurden zeitweise voll gesperrt. Ein Auto wurde von den Wassermassen mitgerissen, sagte ein Polizeisprecher in Bad Gandersheim. Einen anderen Autofahrer schlossen die Fluten ein.

Die Bürgermeisterin der Stadt richtete einen Krisenstab ein und löste „Vollalarm“ aus, wie es hieß. Anwohner in tieferliegenden Gebieten wurden gebeten, ihre Autos wegzufahren. Die Feuerwehr befreite bis in die Morgenstunden die Straßen von Schlamm.

Auch im nordrhein-westfälischen Mechernich in der Eifel überflutete das Wasser Straßen und Keller. „Wir hatten einzelne Straßenzüge, die bis zu 1,5 Meter unter Wasser gestanden haben“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Mehr als eine Stunde lang hatte es so heftig geregnet, dass kleinere Bachläufe anschwollen und über die Ufer traten. Wohnhäuser und Ladenlokale liefen voll Wasser.

Im niedersächsischen Helmstedt flutete ein monsunartiger Regenguss einen Supermarkt. Ein Teil des Markts stand am Abend rund zehn Zentimeter unter Wasser. An der Warenannahme wurde mehr als ein halber Meter gemessen. Feuerwehrmänner pumpten bis spät in die Nacht das Wasser ab.

Große Felsbrocken fielen nach Polizeiangaben auf die B?418 bei Wintersdorf in Rheinland-Pfalz. Da zur Beseitigung schweres Gerät nötig war, wurde die Straße zunächst voll gesperrt. Auf anderen Bundes- und Landstraßen, etwa entlang der Ahr, lagen Äste und Bäume.

In Trier rückten 80 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus. „Parkplätze wurden überflutet, so dass einige Autos bis über die Reifen unter Wasser standen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr Trier.

Im Süden von Bayern stürzten vereinzelt Bäume auf Straßen und Stromleitungen. Eine Brücke einer Bundesstraße in Niederbayern wurde überschwemmt, auch in Oberbayern war eine Bundesstraße unpassierbar. Ein Hangrutsch versperrte eine Kreisstraße, ein Blitzschlag führte am Donnerstag zu Verzögerungen im Münchner S-Bahn-Verkehr.