Halle / dpa

Am Landgericht Halle wird am Mittwoch (14 Uhr) der sogenannte „Reichsbürger“-Prozess gegen den früheren „Mister GermanyAdrian Ursache fortgesetzt. Der Angeklagte hat ein ausführliches Schlusswort angekündigt. Im Anschluss daran sei davon auszugehen, dass ein Urteil gesprochen wird, sagte ein Gerichtssprecher. Die Staatsanwaltschaft hatte für Ursache acht Jahre Haft wegen versuchten Mordes an einem SEK-Beamten gefordert. Er soll während der Zwangsräumung seines Grundstückes im August 2016 in Reuden (Burgenlandkreis) auf den Polizisten geschossen haben. Ursache bestreitet dies und auch, ein sogenannter Reichsbürger zu sein.

Die Verteidigung forderte, Ursache vom Vorwurf des versuchten Mordes freizusprechen. Seine drei Anwälte plädierten stattdessen auf eine Verurteilung wegen unerlaubten Waffenbesitzes und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Ursache ist seit August 2016 in Untersuchungshaft. Der Verfassungsschutz rechnet den 44-Jährigen den sogenannten Reichsbürgern zu. Diese Bewegung erkennt die Gesetze der Bundesrepublik und deren Vertreter wie Polizei und Gerichte nicht an.

Angeklagter wurde schwer verletzt

Ursache war bei dem Polizeieinsatz auf seinem Grundstück schwer verletzt worden. Der Prozess hatte im Oktober 2017 unter strengen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Ursache war 1998 bei einem Schönheitswettbewerb als „Mister Germany“ zum schönsten Mann Deutschlands gewählt worden. Er war später auch als Unternehmer tätig.