Was leuchtet neon-bunt an den Handgelenken und ist auf Platz eins der Verkaufscharts im Internet: das Rainbow Loom Armband. Die Idee ist so simpel wie ansteckend: Silikongummis werden zusammengehäkelt und als Freundschaftsbänder weiter verschenkt. Kinder und Jugendliche aus aller Welt verfallen dem Trend und häkeln was das Zeug hält. Das Zubehör - Gummibänder, Webrahmen und Häkelnadel - ist reihenweise ausverkauft. Und Erfinder Cheong Ng inzwischen ein reicher Mann.

Vier Jahre ist es her, als der Siegeszug der Armbänder begann. Ingenieur Cheong Ng aus Michigan (USA) sah seine Tochter mit Gummibändchen basteln - da kam ihm die kuriose Idee: Freundschaftsbänder aus Silikongummis einfach zusammengehäkeln. Er war sicher: Das muss die ganze Welt haben.

Der Ingenieur setzte alles auf ein Gummiband, plünderte das Familienkonto und investierte 10.000 Dollar in sein Konzept. Videos auf Youtube und Artikel in der New York Times machten die Bänder auf der anderen Seite des Ozeans zum Verkaufsschlager. Auch Prominente wie David Beckham und Kate Middleton verfallen dem Trend und verhelfen Herrn Ng und seiner Idee zu einem noch größeren Hype.

Die Kehrseite des "Loom"-Hype heißt Müll. Umweltschützer äußern Kritik am bunten Schmuck. Die Bänder bestehen zum Großteil aus Silikon und verrotten nicht auf biologischem Wege. Hält der Ansturm auf die bunten Accessoires weiter an, kann das Recyceln der Regenbogen-Bänder zum Problem werden. Vor allem im Heimatland der Looms. Dort gibt es bereits eine erste  online-Petition, gerichtet an Robert Adler, den Vorsitzenden des amerikanischen Sicherheitsausschusses für Konsumenten und Produkte. Das Ziel der Petition ist es, die Produktion der Bänder zu verbieten, solange sie nicht zu 100 Prozent aus naturfreundlichen Stoffen hergestellt werden. In Irland wurde ebenfalls Kritik laut, nachdem ein Kind ein Auge verlor. Ihm war beim Spielen ein Gummiring ins Gesicht gefolgen. Einige Eltern versuchen jetzt zu erreichen, dass der Schmuck als Gesundheitsrisiko eingestuft und verboten wird. Zumal die kleinen Teil auch von Kindern und Tieren verschluckt werden könnten.

Dem Ansturm auf die Rainbow-Loom-Bänder tut das offensichtlich keinen Abbruch. Rund um den Globus werden nicht nur Armbänder gehäkelt. Krawatten, Hosen, Shirts, Handtaschen und sogar ganze Anzüge enstehen aus den Silikon-Bändern - so wie das neue Kleidungsstück von US-Talkshow-Moderator Jimmy Kimmel: 



Einen großen Anteil am Erfolg haben die Sozialen Medien. Bei Facebook erhielt die Seite "Loom band" bisher  533.889 "Gefällt mir"-Angaben. Auf Youtube gibt es beim Suchbegriff "Loom Band" mittlerweile mehr als 369.000 Videos zum Thema. Clips mit Anleitungen zum Basteln verschiedenster Bändern sind meist geklickt - das Top-Video mehr als zwölf Millionen Mal. Beim Online-Händler Amazon sind 19 der 20 meistverkauften Artikel in der Kategorie "Spielzeug" Rainbow-Loom-Zubehör. Auch in vielen Spielwarenabteilungen ist der US-Export heiß begehrt. "Die Kunden reißen uns die Teile aus den Händen", sagt eine Verkäuferin.