Siebenschläfer „Niemand kann in die Zukunft sehen“

Einige Bauernregeln bewahrheiten sich laut dem Wetter-Moderatoren Donald Bäcker.
Einige Bauernregeln bewahrheiten sich laut dem Wetter-Moderatoren Donald Bäcker. © Foto: WDR/Herby Sachs
Von Melissa Seitz 26.06.2018

Es gibt unzählige Bauernregeln. Eine der bekanntesten ist wohl der Spruch zum Siebenschläfertag: „Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.“ Sieben Wochen durchgehend schönes Wetter, geht das überhaupt? ARD-Wettermoderator Donald Bäcker erklärt, was es mit den Bauernregeln auf sich hat.

Kann man der Bauernregel zum Siebenschläfertag trauen?

Donald Bäcker: Eigentlich sind die meisten Bauernregeln sehr zuverlässig. Auch Meteorologen werfen immer wieder einen Blick auf sie – aber mit Einschränkungen.

Was sind das für Einschränkungen?

Nehmen wir den Siebenschläfertag: Er ist am 27. Juni. Doch durch die Gregorianische Kalenderreform verschiebt sich der Tag um zehn Tage nach hinten. Also ist eigentlich am 7. Juli Siebenschläfertag. Wir Meteorologen haben deswegen unsere eigene Regel geschaffen. Wir beobachten das Wetter über Mitteleuropa zwischen dem 27. Juni und dem 7. Juli. Danach können wir davon ausgehen, dass das Wetter in Deutschland für einen längeren Zeitraum so bleibt, wie wir es in den zehn Tagen beobachtet haben.

Das bedeutet also, Bauernregeln ergeben zum Teil Sinn?

Eigentlich schon. Ein gutes Beispiel ist der Volksspruch „Morgenrot, schlecht Wetter droht.“ Scheint die Sonne am frühen Morgen gegen eine Wolkenwand, färbt sie sich rot. Dadurch entsteht das Morgenrot. Eine Wolkenwand bedeutet aber auch schlechtes Wetter.

Wer also entsprechend dieser Regeln auf die Natur achtet, kann zu einem Wetterfrosch werden?

Nein, das auf keinen Fall. Man kann das Wetter beobachten und dann aktuelle Vorhersagen machen. Aber in die Zukunft sehen kann niemand. Als Meteorologe machen wir nur Prognosen für 15 Tage, danach kann man nur Trends festlegen. Zum Beispiel, ob es kälter oder wärmer wird.

Die Legende hinter der Bauernregel

Der Name des Siebenschläfertages hat nichts mit dem grauen Nagetier zu tun, sondern mit einer Legende über sieben schlafende Jünglinge. Sie sollen im Jahr 251 während der Christenverfolgung im Römischen Reich in eine Höhle geflohen sein, wo sie von ihren Verfolgern eingemauert wurden. Der Legende nach erwachten sie 195 Jahre später am 27. Juni 446. dpa

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