Sydney "Kate ist zu dünn"

Was von ihr verlangt wird, daran scheiden sich die Geister: Catherine Herzogin von Cambridge.
Was von ihr verlangt wird, daran scheiden sich die Geister: Catherine Herzogin von Cambridge. © Foto: afp
Sydney / BARBARA BARKHAUSEN 04.10.2014
Heftige Kritik an Kate (32), der Frau des britischen Thronfolgers. Sie sei zu dünn, sollte keine Kinder mehr haben und habe ihre Persönlichkeit verloren, sagt die australische Feministin Germaine Greer.

Kate habe einen "Mist-Job", findet Australiens bekannteste Feministin und Intellektuelle Germaine Greer. "Kate ist deutlich intelligenter als der Rest der königlichen Familie", sagte die 75-Jährige in einem Interview mit der Zeitschrift Newsweek Europe, das vor allem in Großbritannien und in Australien augenblicklich hohe Wellen schlägt. Sie sei deswegen "William zugeführt worden".

Kate sollte keine weiteren Kinder haben. Wegen ihrer Rolle als königliche Gemahlin sei die Herzogin jedoch zu sehr unter Druck, zu "reproduzieren".

"Kate kotzt sich die Seele aus dem Leib und hätte nicht dazu genötigt werden sollen, das alles so schnell wieder durchmachen zu müssen", sagte Greer und bezog sich dabei auf die chronische Übelkeit, die so genannte Hyperemesis Gravidarum, mit der Kate auch in ihrer zweiten Schwangerschaft wieder kämpft.

Bereits während ihrer Schwangerschaft mit Prinz George hatte die 32-Jährige deswegen im Krankenhaus behandelt werden müssen. "Sie muss ja nicht nur ihren Bauch zur Verfügung stellen, sie muss ja auch eine Mutter sein", sagte Greer. "Ich hoffe, dass sie nach diesem Mal sagt: Das ist es. Nicht noch mehr." Greer kritisierte auch, dass Herzogin Kate insgesamt zu dünn sei.

Germaine Greer ist bekannt dafür, dass sie häufiger mal starke Worte verwendet. Ihr Werk "Der weibliche Eunuch" (1970) gilt als Standardwerk der feministischen Literatur und ist ein Aufruf zur Befreiung der Frau.

Bis heute eckt Greer mit ihren Meinungen und starken Aussagen an. In einer australischen TV-Sendung kritisierte sie einst die Kleidung von Australiens erster weiblicher Regierungschefin Julia Gillard und behauptete, dass diese einen "großen Arsch" habe.

Im Falle der Herzogin Kate findet Greer, dass die junge Frau durch ihre Rolle in der königlichen Familie ihre eigene Persönlichkeit verloren habe.

"Kate darf nicht mal ihre eigenen Häuser einrichten", wird Greer von Newsweek zitiert. "Sogar die Frauen der amerikanischen Präsidenten dürfen das." Das Ganze sei ein verrückter Anachronismus. Kate könne nichts Spontanes tun oder sagen. "Sie hat gelernt, was sie tun und sagen muss und wie sie es in der anerkannten Art und Weise tun oder sagen muss." Spontaneität würde sie in Schwierigkeiten bringen, behauptet Greer. Als Beispiel führt sie an, dass Kate trotz ihres kunstgeschichtlichen Studiums und kulturellen Bildung kein Interesse an moderner Kunst und Kultur zeigen dürfe und weder Kunst sammeln noch Eröffnungen besuchen dürfe. Das will die Feministin zumindest so beobachtet haben.

Greer steht mit ihrem kontroversen Angriff nicht allein. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Autorin Hilary Mantel die Rolle der Frau und insbesondere Herzogin Kate in der königlichen Familie kritisiert. Im Jahre 2013 sprach die Autorin in einer Vorlesung zum Thema "Königliche Körper" ebenfalls darüber, dass Kate in ihrer feministischen Sichtweise eine "Plastikprinzessin" sei, deren einziger Sinn und Zweck es sei, Kinder zu kriegen und die Nachfolge der Königsfamilie zu sichern. Auch Mantel kritisierte die Prinzessin als krankhaft dünn, ohne Ecken und Kanten und ohne das Risiko, dass ein Charakter ans Licht komme.

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