Fernsehen „Dschungelcamp“ geht in neue Runde

Die Dschungelcamp-Kandidaten
Die Dschungelcamp-Kandidaten © Foto: dpa
Köln / Cornelia Wystrichowski 19.01.2018

Fußball-Legende Andreas Brehme, Hollywood-Star Ralf Moeller und Schauspieler Ben Becker im Dschungelcamp? Oder gar die Tennis-Ikone Boris Becker als Kandidat in der britischen Variante der Ekelshow? Es wäre zu schön – doch sie lehnten die Einladung Presseberichten zufolge ab. Und so wird wieder der übliche Mix aus Reality-Sternchen und abgehalfterten Promis am Lagerfeuer sitzen, wenn „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ heute in eine neue Runde geht. Danach läuft der Rumble in the Jungle bis 3. Februar täglich gegen 22.15 Uhr, er wird wie gewohnt vom Läster-Duo Sonja Zietlow und Daniel Hartwich süffisant kommentiert.

Folgendes unerschrockene Dutzend wagt sich in den australischen Busch: Natascha Ochsenknecht (die Ex des Schauspielers Uwe Ochsenknecht), Jenny Frankhauser (Schwester von Daniela Katzenberger), Tatjana Gsell (Fotomodell), Daniele Negroni („DSDS“), Giuliana Farfalla („GNTM“), Kattia Vides („Bachelor“), Tina York (Schlagersängerin), David Friedrich („Bachelorette“), Matthias Mangiapane („Sommerhaus der Stars“), Sandra Steffl (Schauspielerin), Ansgar Brinkmann (Ex-Bundesligaspieler) und Sidney Youngblood (Sänger).

Mit Neurosen für Furore

Die Liste liest sich zwar nicht gerade atemberaubend. Aber wer hätte etwa im Vorfeld der  vorigen Staffel 2017 schon geahnt, dass die Fernsehmaklerin  Hanka Rackwitz mit ihren vielen Neurosen für Furore sorgen würde?

Das Konzept ist bekannt, schließlich gehört die Sendung, die 2004 erstmals lief, mittlerweile zum Jahresanfang wie „Dinner for One“ zu Silvester. RTL schickt zwölf Männer und Frauen an die australische Ostküste, geködert mit Gagen von 40 000 bis zu 200 000 Euro und der Aussicht auf einen Popularitätsschub.

Dafür erwarten sie bis zu zwei Wochen in einem spartanischen Lager unter dauernder Kamera­beobachtung, inklusive Diätkost mit Reis und Bohnen und einem Plumpsklo, dessen Sauberkeit schon oft Anlass zu Streit gab. Nicht zu vergessen die Ekelprüfungen mit Kakerlaken-Essen und Madenbädern, zu denen die Zuschauer per Telefonabstimmung oft gerade die labileren Charaktere schicken.

Wer körperliche oder seelische Probleme hat, geht zu Dr. Bob. Der Dschungelarzt hat kürzlich mit einem kuriosen Rat Aufsehen erregt: Teilnehmerinnen mit großen Brüsten sollten sich selbige häufig waschen, ansonsten könnten sich wegen des feuchten Dschungelklimas Pilzinfektionen ausbreiten.

Für RTL ist „IBES“, so die Abkürzung der Dschungelshow, unersetzlich: 2017 fieberten durchschnittlich 6,73 Millionen Zuschauer mit – in der Vergangenheit waren es zwar auch schon mehr, dennoch sind die Einschaltquoten beachtlich.

Kostenlose Aufmerksamkeit

Dazu kommt: Keine andere Sendung sichert RTL eine derart breite und kostenlose Aufmerksamkeit, denn von der Twitter-Ge­meinde bis zum seriösen Zeitungsfeuilleton befassen sich so ziemlich alle Medien ausführlich mit dem Dschungelcamp. Vor allem aber sind die Werbeeinnahmen stattlich. Die Zeiten, da Hersteller das Umfeld der Ekelshow mieden, sind längst vorbei, ein 30-sekündiger Spot kostet schnell mal mehr als 100 000 Euro. Da ist es für RTL auch zu verschmerzen, dass Insider die Produktionskosten auf horrende 30 Millionen Euro pro Staffel schätzen.

Dr. Bob: Der Doc, den alle lieben

Der Dschungelmediziner Dr. Bob heißt eigentlich Robert McCarron; er kam 1950 in London zur Welt. Einen Doktortitel hat der 67-Jährige nicht, er ist aber ausgebildeter Sanitäter und hat einen Abschluss als Wildbiologe.

Seine Karriere bei Film und Fernsehen begann der gläubige Buddhist 1977 als Maskenbildner, er war bei Filmen wie „Mad Max“ oder „Das Piano“ für die Spezialeffekte zuständig. Am Set des legendären Science-Fiction-Meisterwerks „Matrix“ betreute er die Schauspieler medizinisch und bekam von einem Produzenten das Angebot, bei der britischen Dschungelshow „I’m a Celebrity – Get Me Out of Here!“ mitzumachen. Seit der ersten Staffel der RTL-Variante 2004 kuriert er zusätzlich auch die Wehwehchen der deutschen B-Prominenz. Nach der Tsunami-Katastrophe 2004 im Indischen Ozean engagierte er sich sechs Wochen lang als Helfer vor Ort.

Mit seiner ersten Frau adoptierte er zwei Kinder, er hat inzwischen mehrere Enkelkinder. Der Publikumsliebling lebt mit seiner zweiten Ehefrau auf einer Farm in Australien. ski

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel