Xavier Naidoo gewann wegen seiner absurden Äußerungen, wonach das Deutsche Reich bis heute existiere und mit seinen Aussagen über die Terroranschläge vom 9. September, von Madrid und London, 2014 den Satire-Preis „Das goldenen Brett vor dem Kopf“. Dabei handelt es sich um ein Negativpreis, der von einer deutsch-österreichischen Initiative vergeben wird. Ausgezeichnet wird der „erstaunlichste pseudowissenschaftliche Unfug des Jahres im deutschsprachigen Raum“, so die Jury. 2011 wurde der Preis im Rahmen der Skeptiker-Konferenz in Wien vergeben. Seit 2016 wird der Preis parallel in Wien und in Hamburg verliehen. Auch in diesem Jahr wurden von der Jury drei Kandidaten auserwählt. Mehr als 300 Vorschläge gingen in diesem Jahr ein.

Die Jury

Die Jury setzt sich aus Experten der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ und Moderatoren und Laudatoren zusammen.

Die Laudatoren in Wien 2018 sind:

  • S.M. Steinitz (Stern-Kolumnistin)
  • Christian Kreil (“Stiftung Guru-Check” bei Standard)
  • Lisz Hirn (Philosophin)
  • Erich Eder (Biologe, Uni Wien)
  • Als Side-Act bieten wir Christoph & Lollo.

Die Laudatoren in Hamburg 2018 sind:

  • Matthias Grübel (Autor bei extra3, NDR)
  • Nicola Kuhrt (Wissenschaftsjournalistin, MedWatch)
  • Marcus Rohwetter (Kolumnist „Quengelzone“, DIE ZEIT)
  • Als Side Act wird der Zauberer Manuel Muerte auftreten.

„And the Winner is...“

Der Preis für den größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres geht an das Wiener Krankenhaus Nord und der „Bewußtseinsforscher Christoph Fasching“. Fasching wurde beauftragt für das Krankenhaus in Wien-Florisdorf einen „Schutzwall“ zu errichten, der verhindern soll. dass keine negative Energien aus dem Umfeld Einfluss auf das Haus und die Menschen nehmen. 95.000 Euro an öffentlichen Geldern wurden für diesen Unsinn ausgegeben. Eine Summe die für Forschungen oder Operationen sinnvoller eingesetzt wäre. Gesundheit- und Sozialstadträtin Sandra Frauenberger von der SPÖ trat darauhin zurück.

Wiedergeboren in Atlantis

Zu den weiteren Kandidaten gehört Christina von Dreien. Die 17-Jährige hat bereits einen großen Bekanntheitsgrad in der Esoterik-Szene, eine ständig wachsende Fangemeinde und bekommt hunderttausende Klicks auf ihre Youtube-Videos. In diesen Videos erklärt sie, dass die Erde hohl sei und sich Überlebende der versunken Stadt Atlantis dort verstecken. Nach eigener Aussage wurde sie bereits zum fünften Mal in Atlantis wiedergeboren.

Molkereifachmann und Verschwörungstheoretiker

Der gelernte Milchwirt Hans Tolzin aus Schwäbisch Hall hat sich durch Stimmungsmache gegen etablierte medizinische Erkenntnisse auf sich aufmerksam gemacht. Der radikale Impfgegner, Aids-Leugner und Anhänger der Germanischen Neuen Medizin (GNM), nennt sich selbst Journalist, der gegen die „Lügenpresse“ ankämpft und die Meinung vertritt: Homosexualität ist heilbar.

Das Goldene Brett für das Lebenswerk

Das Goldene Brett für das Lebenswerk geht 2018 an den Demeter-Verband für seine biologisch-dynamische Produkte. In der Begründung heißt es :

Der Verband richtet sich nach den Regeln der „Anthroposophie“, einer okkulten Gedankenwelt, die vom Esoteriker Rudolf Steiner begründet wurde. Da wird verdünnte „Schafgarbe im Hirschmagen“ auf dem Feld ausgebracht, um den Pflanzen zu einem „harmonischen Gedeihen“ zu verhelfen. Eine ganze Reihe dieser abenteuerlichen „biodynamischen Präparate“ mit angeblich „harmonisierender Wirkung“ zu verwenden ist in Demeter-Betrieben vorgeschrieben. Wer Demeter-Produkte kauft, meint wohl oft, der Umwelt etwas Gutes zu tun – in Wahrheit wird damit ein vorwissenschaftlich-magisches Weltbild gefördert, mit fragwürdigen Ritualen, willkürlich erfunden vom Esoteriker Rudolf Steiner.

Die öffentliche Verleihungsfeier für „Das Goldene Brett vorm Kopf“ findet am 28. November 2018 um 20.15 Uhr im Altonaer Museum in Hamburg zeitgleich in der Urania in Wien statt.