Studie zu Alkohol „Bier auf Wein“-Regel wissenschaftlich untersucht

Wird der Kater wirklich schlimmer, wenn wir Bier auf Wein trinken?
Wird der Kater wirklich schlimmer, wenn wir Bier auf Wein trinken? © Foto: Boris Roessler/dpa
Cambridge / Jana Zahner 11.02.2019
„Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat ich dir.“ Wissenschaftler der Universität Cambridge haben diese Weisheit überprüft.

Ist ein Kater wirklich weniger schlimm, wenn wir alkoholische Getränke in einer bestimmten Reihenfolge trinken? „Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat ich dir“, sagt der Volksmund.

Diese Regel hört man übrigens nicht nur in deutschen Biergärten, sondern auch in Pubs in England. Hier lautet der Spruch: „Beer before wine and you’ll feel fine; wine before beer and you’ll feel queer.“

Eine Gruppe von Forschern der britischen Universität Cambridge ist der Weisheit auf den Grund gegangen – indem sie die Kater ihrer Probanden verglichen.

Alkohol trinken im Dienst der Wissenschaft

90 Männer und Frauen zwischen 19 und 40 Jahren haben an der Studie teilgenommen; die Forscher teilten die Freiwilligen dazu in drei Gruppen auf. Die erste Gruppe trank zuerst Weißwein, danach Bier. Die zweite machte es genau umgekehrt. Die dritte Gruppe trank nur Bier oder Wein, ohne die Getränke zu mischen. Alle tranken solange, bis sie 1,1 Promille intus hatten. Danach gingen die Probanden schlafen.

Am nächsten Tag bewerteten die Teilnehmer ihre Kater. Dazu gaben sie auf einer Skala von null bis sieben die Intensität typsicher Kater-Symptome wie Schwindel, Müdigkeit und Übelkeit an.

Ergebnis widerlegt Volksweisheit

Die Forscher fanden dabei heraus, dass die Reihenfolge der Getränke keinen erkennbaren Einfluss darauf hat, wie es den Versuchspersonen am Morgen nach dem Trinken geht. Zudem fühlten sich die Probanden der Gruppe, die ausschließlich Wein getrunken hatten, nicht wesentlich anders als diejenigen in der Kontrollgruppe, die nur Bier getrunken hatten.

Damit ist bewiesen: Der Volksmund hat Unrecht. Der Kater wird nicht milder, wenn man Bier vor Wein trinkt.

Zumindest eine gute Seite hat die unangenehme Übelkeit am Morgen: Sie erinnert uns daran, beim nächsten Mal weniger tief ins Glas zu schauen.

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