Das Coronavirus beeinflusst mittlerweile den Alltag vieler Menschen. Ältere oder jene mit Vorerkrankungen sollten zurzeit am besten zu Hause bleiben, um eine mögliche Ansteckung zu vermeiden. Gerade jetzt beweisen viele Deutsche Solidarität und Zusammenhalt: Sie bieten anderen ihre freiwillige Hilfe an, etwa beim Einkaufen für Nachbarn. Wir zeigen, wie jeder einzelne einen Beitrag leisten und helfen kann.

Landesregierung ruft zur Nachbarschaftshilfe auf: Menschen folgen

Geschlossene Schulen und Kindergärten, Menschen in Quarantäne und Besuchsverbote in den Altenheimen: Angesichts der geplanten oder zu erwartenden Einschränkungen im Alltag ruft die baden-württembergische Landesregierung zur Nachbarschaftshilfe auf.

Jüngere Menschen sollten vor allem Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen helfen, denn diese gelten als Risikogruppen. „Machen Sie Aushänge in Ihrem Wohnhaus, in ihrer Straße oder Viertel“, appellierte Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) an die Bürger. „Nutzen Sie die sozialen Medien, um sich zu vernetzen und Angebote und Bedarfe mitzuteilen.“

Tipps, wie ihr freiwillig helfen könnt

  • Am sinnvollsten ist es, lokal zu helfen, wenn ihr gesund seid.
  • Kontaktiert ältere, hilfsbedürftige oder kranke Menschen, etwa in eurer Nachbarschaft.
  • Beschränkt eure Hilfe jedoch auf wenige Personen, um die Krankheit nicht doch zu verbreiten.
  • Ihr könnt Aushänge mit Hilfsangeboten machen, etwa in Wohnhäusern. Auf diese Weise kann man sowohl Hilfe anbieten, als auch selbst nach Unterstützung fragen.
  • Übernehmt für potentiell gefährdete Menschen Einkäufe, Botengänge oder geht mit deren Hunden Gassi.
  • Kontaktiert Menschen, die zu Hause bleiben müssen oder in Quarantäne sind, regelmäßig, da sie sich sicher über Anrufe freuen. Denn manchmal hilft schon ein offenes Ohr gegen Angst und schlechte Stimmung.

Solidarität statt Hamsterkäufe: Menschen helfen einander.
© Foto: Peter Steffen/dpa

Hilfe anbieten über soziale Netzwerke

In vielen lokalen Gruppen auf Facebook bieten Menschen ihre Hilfe an. Zum Teil haben sich sogar eigens für Nachbarschaftshilfe während der Coronavirus-Pandemie Facebook-Gruppen gebildet. Wir haben für euch zusammengestellt, was sich rund um das Thema Zusammenhalt und Helfen während Corona im Netz finden lässt.

  • Unter #NachbarschaftsChallenge können auf Twitter und Instagram Hilfs-Angebote gemacht und gesucht sowie freiwillige Helfer koordiniert werden. Am besten ergänzt ihr den Hashtag um euren Wohnort.
  • Die Internetseite Quarantäne Helden bietet die Möglichkeit, dass Helfer und Hilfesuchende zueinander finden. Dort steht: „Viele Menschen befinden sich aktuell freiwillig oder notwendigerweise in häuslicher Quarantäne. Wenn ihr diesen Menschen helfen wollt, könnt ihr hier sehen, wobei ihr eure Mitmenschen in eurer Nachbarschaft unterstützen könnt!“
  • Nutzt bestehende, lokale Facebook- oder Messenger-Gruppen. Am 4. März wurde für Langenau zum Beispiel die Gruppe für Langenau „Nachbarschaftshilfe-Gruppe Langenau“. Mittlerweile hat sie schon mehr als 150 Mitglieder.

Zwei Initiativen in Biberach engagieren sich

In Biberach bieten zwei Gruppen besonders gefährdeten Menschen ihre Hilfe an. Wie aus einer Pressemitteilung der Stadt hervorgeht, möchten sich die Ehrenamtlichen von „Bürger für Bürger“ und eine neu gebildete Gruppe Jugendlicher engagieren. Die Ehrenamtlichen von „Bürger für Bürger“ übernehmen schon seit einiger Zeit Einkäufe und Besorgungen für ältere Menschen und wollen das auch während der Corona-Pandemie fortführen. Die Jugendinitiative „Hilfe für Corona-Risikogruppe“ wurde erst durch die aktuelle Situation ins Leben gerufen. „Wir gehören nicht zur Risikogruppe und haben aufgrund der landesweiten Schulschließungen genügend Zeit, um Ihnen durch Besorgungen, Einkäufe oder auch Betreuung unter die Arme zu greifen“, schreiben die jungen Erwachsenen.

Wie sieht es mit der Kinderbetreuung aus?

Die Schließungen von Schulen und Kitas in Bayern und Baden-Württemberg stellen einige Eltern vor die Frage der Betreuung. In den sozialen Medien befinden sich zahlreiche Angebote von Einzelpersonen, die Betreuung zu übernehmen oder private Betreuungsgruppen zu bilden.

In einer Pressemitteilung vom Sonntag weist die Stadt Ulm jedoch ausdrücklich darauf hin, dass Eltern ihre Kindern selbst zu Hause betreuen sollen. Nicht geeignet für die Betreuung von Kindern sind während der Corona-Pandemie selbst gebildete, private Betreuungsgruppen und Großeltern, da letztere meist zur Risikogruppe zählen.