Nach langem Ringen haben Bund und Länder eine Einigung gefunden: Als Nachfolger für das 9-Euro-Ticket soll ein bundesweites Abo für 49 Euro monatlich kommen. Zwar fehlen noch einige finale Entscheidungen, bevor das neue Ticket definitiv kommen kann. Die Weichen sind aber schon gestellt – und die ersten Fragen tauchen auf.
Angesichts der Tatsache, dass dieses neue Ticket wesentlich teurer sein wird als das erfolgreiche 9-Euro-Ticket, fragen sich viele, ob man denn dann auch mehr für das Geld bekommt. Können Reisende zum Beispiel auch den ICE benutzen?

49 Euro Ticket: Gilt die Fahrkarte im ICE?

Um direkt die wichtigste Frage zu beantworten: Das 49-Euro-Ticket wird ziemlich sicher nicht im ICE gültig sein. Zwar gibt es noch keine offiziellen Angaben dazu. Doch da das Modell als Nachfolgemodell für das 9-Euro-Ticket dienen soll, werden wohl ähnliche Bedingungen gelten. Das Ticket wird also in Regionalbahnen, im Bus, in S- und U-Bahnen gültig sein.

Kann man mit dem 49 Euro Ticket in ganz Deutschland fahren?

Hier gibt es gute Nachrichten: Das neue Ticket soll deutschlandweit gelten. Wer das Abo also hat, kann in allen Bundesländern mit dem ÖPNV fahren. Wer etwas Zeit im Gepäck hat, kann dann für 49 Euro mit dem Regionalexpress von Hamburg nach München, Berlin nach Freiburg, Köln nach Dresden und vieles mehr fahren.

Das 49-Euro-Ticket: Ab wann ist es erhältlich?

Bereits im September hatten sich Bund und Länder zumindest darauf einigen können: Ab 1. Januar 2023 sollte das neue Ticket zu kaufen sein. Dieser Termin wird sich jedoch vermutlich noch weiter nach hinten verschieben. Der genaue Starttermin des von Bund und Ländern geplanten 49-Euro-Monatstickets im Nah- und Regionalverkehr ist weiter offen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) geht inzwischen von einer Einführung im Frühling aus. „Realistisch erscheint aus unserer Sicht eine Einführung des Deutschlandtickets zum 1. April, weil einige Fragen der Umsetzung noch ungeklärt sind“, sagte EVG-Chef Martin Burkert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Nötig sei eine Ansage des Bundesverkehrsministeriums. „Der Bund muss ein sicheres Startdatum für das Deutschlandticket nennen und den Ländern eine Kostenevaluation anbieten.“
Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte als Ziel für die Einführung des neuen Tickets Anfang 2023 genannt. Ein Starttermin bereits im Januar gilt aber zunehmend als unwahrscheinlich. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hält einen Start des Deutschlandtickets Anfang März für realistisch.
Für eine Sonderkonferenz der Verkehrsminister von Bund und Ländern am Dienstag (29.11.) hat Bremen als Vorsitzland den Antrag eingereicht, die Maskenpflicht im ÖPNV bundesweit zur Einführung des vorgesehenen Deutschlandtickets Anfang März abzuschaffen - falls die Pandemielage dies zulässt. Angestrebt wird ein einheitliches Vorgehen der Länder.
Geplant ist ein Ticket, das genauso wie das 9-Euro-Ticket in ganz Deutschland gültig ist und das man unkompliziert über sämtliche regionalen Verkehrsanbieter und in deren Apps kaufen kann.

MPK: Weitere Beschlüsse zu den Entlastungen

Neben dem 49-Euro-Ticket werden bei dem Treffen zwischen Bund und Ländern am 2. November weitere Entlastungen besprochen. Besonders wichtig sind dabei die Gaspreisbremse und die Strompreisbremse, die noch Anfang kommenden Jahres in Kraft treten sollen. Hier geht‘s zum Artikel über alle Beratungen bei der MPK heute.