Olympia im Blick

Stephan Vuckovic kühlt sich auf dem heißen Pflaster von Sydney mit Wasser. Beim Olympiadebüt der Triathleten im Jahr 2000 gewann er Silber. Foto: dpa
Stephan Vuckovic kühlt sich auf dem heißen Pflaster von Sydney mit Wasser. Beim Olympiadebüt der Triathleten im Jahr 2000 gewann er Silber. Foto: dpa
MIRIAM KAMMERER 26.10.2013
Einen dicken Fisch haben die Süßener Triathleten mit ihrem neuen Trainer Stephan Vuckovic an Land gezogen. Der Olympiazweite von Sydney fährt wöchentlich ins Filstal und macht den Nachwuchs fit.

Das Ausdauersportteam Süßen (AST Süßen) ist eine aktive Gruppe. Simon Weißenfels, verantwortlich für den Bereich Triathlon beim AST, kann von 80 aktiven Athleten berichten, mit dem Nachwuchs käme man sogar auf 90 begeisterte Triathleten. Diese große Gruppe ist Stephan Vuckovic, Stuttgarter Triathlet, auch schon aufgefallen. "Ich habe seit Jahren gesehen, dass die Süßener sich sehr engagieren", erzählt der 41-Jährige über Begegnungen auf Wettkämpfen. Besonders auffällig seien Teamkleidung und Teamfahrzeug gewesen. So gab es schon Anfang des Jahres Kontakt zwischen Verein und Triathlon-Profi Vuckovic, der bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney die Silbermedaille gewann. Hier ging es um eine Sponsoring-Partnerschaft. Vuckovic bietet Trainingscamps an und bewirbt diese.

Als die Süßener vor einigen Wochen Vuckovic als neuen Lauftrainer anfragten, sagte er gern zu. Seit drei Wochen fährt er jeden Mittwoch ins Filstal und bietet für den AST-Nachwuchs Lauftraining an. Die Teilnehmer sind elf Jahre und älter, auch Aktive trainieren gern mit einem, der schon den berühmten Ironman auf Hawaii bestritten hat.

Über Trainingsfortschritte zeigt sich Vuckovic begeistert: "Das hat mich aus den Socken gehauen." Innerhalb von kurzer Zeit hätten seine Schützlinge schon viele Techniken umgesetzt. "Da bewegt sich was", teilt Weißenfels die Einschätzung des neuen Trainers.

30 Leute seien vergangene Woche im Training gewesen, damit komme er ganz gut klar. Er stelle Aufgaben, die die Teilnehmer parallel machen, je nach Alter und Können. "100 sollten es aber nicht werden", sagt der neue Trainer. Neben dem Laufen wird in Süßen dienstags, donnerstags und freitags Schwimmen trainiert, meistens mache man davor noch einen Lauf, erzählt Weißenfels. Das Radfahren trainieren die Athleten individuell.

Vuckovic sieht jede Menge Potenzial in Süßen und stellt auch den Traum fast jeden Sportlers - die Olympischen Spiele - in Aussicht. Als einstmals erfolgreicher Olympionike kann er natürlich den Nachwuchs entsprechend motivieren. Und das mache ihm richtig Spaß. Wichtig sei es, dass die jungen Sportler technische Fähigkeiten erlernen. "Es kommt mir nicht auf viele Kilometer an", erklärt er sein Trainingskonzept.

Triathlon sei eine gesunde Sportart, es gebe wenig Verletzungen, streicht Vuckovic die Vorteile heraus. Ernährung spielt dabei auch eine Rolle. "Ich will nicht, dass sie asketisch leben", sagt er über seine Schützlinge. Fast Food und Süßigkeiten gehörten dazu, Häufigkeit und Menge seien entscheidend. Und die richtige Wahl: Dunkle Schokolade sei etwa zu empfehlen.

Er selbst sei durch seinen Sportlehrer in der zwölften Klasse zur Sportart gekommen. Spezielle Voraussetzungen gebe es nicht: "Man braucht Laufschuhe, eine Badehose und eine Schwimmbrille und vielleicht ein Fahrrad", so Vuckovic. Er sei vor allem im Jugendbereich gegen eine Materialschlacht.

Das Engagement in Süßen ist von beiden Seiten längerfristig gedacht. Simon Weißenfels kann sich vorstellen, dass Vuckovic solange bleibt wie sein Vorgänger Jochen Frech. Der war immerhin 13 Jahre da.

Info Heute um 17 Uhr trägt sich die erste Männermannschaft des AST bei einem Empfang im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt Süßen ein. Die Mannschaft wurde Dritter in der Triathlon-Bundesliga.

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