Itzelberg / HZ Zur Bürgerversammlung und zur geplanten Gastronomie und den Parkproblemen am Itzelberger See („Breite Front gegen noch mehr Touristen “, HZ vom 15. März)

Wenn sich besorgte Bürger eines Ortsteils der Gemeinde Königsbronn auf eine bevorstehende Bürgerversammlung vorbereiten, sich vorab besprechen und ihre Fragen formulieren, wird diesen Bürgern unterstellt und vorgeworfen, sie hätten Emotionen gepusht. Dem noch nicht genug, es wird sogar eine Person herausgegriffen und in einer darauffolgenden, öffentlichen Gemeinderatssitzung diffamiert. Zum Beispiel mit der Vorhaltung, es würde unangebrachtes kommunalpolitisches Engagement betrieben. Es ist natürlich clever, diese Äußerungen in der Gemeinderatssitzung loszuwerden, da Anwesende über das Rederecht keine Möglichkeit besitzen, sich dagegen zu verteidigen.

Was man reden bzw. zu Papier bringen und veröffentlichen darf und kann, steht im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Dieses Grundrecht lasse ich mir von niemandem verbieten und es kann mir auch von niemanden untersagt werden.

Zur vergangenen Bürgerversammlung ist es wichtig, einige Punkte nochmals klarzustellen. Es hieß, subjektive Befindlichkeiten seien von wenigen Hauptrednern, welche sich vorher abgesprochen hätten, künstlich hochstilisiert worden. Steht den Itzelberger Bürgern, auch wenn sie weitab vom See wohnen, nicht auch die freie Meinungsäußerung zu? Für großen Unmut sorgte die Einladung zur Gemeinderatssitzung am 21. März. Folgender Wortlaut: Bootsverleih am Itzelberger See, Antrag auf Erhöhung der Anzahl der Boote von zehn auf zwölf. In einem weiteren Absatz war zu lesen, der Bootsverleih stärke die Attraktivität des Itzelberger Sees. Die Förderung des Tourismus scheint spätestens jetzt erklärtes Ziel der Gemeinde und auch des Landkreises Heidenheim zu sein. Doch das gefällt nicht allen! Und sollte nicht ein Bürgermeister für alle Mitglieder einer Gemeinde da sein? Sich die Sorgen und Nöte anhören und diese auch ernst nehmen? Und nicht die Personen, die sich ein Herz nehmen und in einer Bürgerversammlung ihre Meinung kundtun, dann auch noch in Abwesenheit bei der Gemeinderatssitzung öffentlich vorführen? Aber eine Lösung wurde ja gleich mitgeliefert: Wem es hier in Itzelberg nicht passt, der könne ja wegziehen! Schade. Der Antrag der Familie Oelkuch auf Erhöhung der Anzahl der Boote ist zurückgenommen worden. Können sich manche Itzelberger mit dem aufkommendem Wellengang noch anfreunden? Ich jedenfalls hoffe, der Wind legt sich bald wieder.

Rudolf Eberl, Itzelberg