"Zum Laufen kam ich, weil ich durch das Sportabzeichen gefallen bin", blickt Seitz zurück. "Daraufhin packte mich der Ehrgeiz und ich meldete mich beim Lauftreff der TSG Schwäbisch Hall an. Als Sulzdorf seinen eigenen Lauf hatte, aber wir in der Kernstadt nicht, konnte Hall ds auf keinen Fall auf sich sitzen lassen - und der Dreikönigslauf wurde geboren."

Seitz ist jetzt noch immer Mitglied der TSG Schwäbisch Hall und erinnert sich zurück: "Früher rannten die Läufer in die entgegengesetzte Richtung, es ging also den AOK-Buckel hinunter und nicht hinauf. Ich glaube, dass das geändert wurde, weil es andersherum einfacher ist, mit einer großen Masse von Menschen die Gelbinger Gasse zu durchqueren." Beim ersten Dreikönigslauf traten nur etwa 130 Läufer an - im Vergleich zu mehr als 2000 in diesem Jahr.

"Obwohl ich immer noch gerne mitlaufe, muss ich langsam natürlich dem Alter Rechnung zollen", gibt Seitz zu. "Es gab Zeiten, da habe ich die zehn Kilometer in 38 Minuten geschafft, im vergangenen Jahr waren es fast 20 Minuten mehr. Damals bin ich aber auch monatlich etwa 400 Kilometer gelaufen, heute sind es nur noch 80. Solange ich nicht Letzter bin, ist mir das aber egal", sagt er lachend. Joachim Seitz ist 1946 geboren, er gehört 2016 zum ersten Mal zur Altersgruppe 70 plus. Sein Ziel sei es, die Strecke in weniger als einer Stunde zu bewältigen. Dieses hat er erreicht, sogar fast drei Minuten schneller, als im vergangenen Jahr. Damals brauchte er 57 Minuten und 34 Sekunden, um ins Ziel einzulaufen, dieses Mal waren es 54 Minuten und 41 Sekunden. Er führt das darauf zurück, dass er vor diesem Lauf mehr trainiert hat.

Auch nach mehr als drei Jahrzehnten behält Seitz noch seine Motivation. "Der Dreikönigslauf ist jedes Jahr ein Erfolgserlebnis für mich." Hauptsächlich nimmt er jedoch wegen des gesundheitlichen Aspektes teil. Diesem Beispiel sind in den letzten 31 Jahren viele Menschen gefolgt. Seitz hat selbst eine Tabelle erstellt, die diese These stützt. "1986 liefen noch rund 20 Prozent der Starter den Lauf in unter vierzig Minuten. 2015 waren es gerade noch sechs Prozent", berichtet er. Das zeige, dass der Dreikönigslauf ein Sportereignis für den Durchschnittsbürger sei, der sich auf diesem Weg fit halten kann.

Die Routine hat sich bei ihm noch nicht eingeschlichen. "Ich kenne die Strecke sehr gut, aber das hilft mir eher, als dass es mich langweilt. Ich weiß, wie ich mir meine Kraft einteilen muss und welche Stellen gefährlich sein können. Auf den Holzbrücken muss man vorsichtig sein, da kann man bei Regen böse ausrutschen", erklärt er.

Regen blieb den Läufern in diesem Jahr erspart. Der Lauf bei gutem Wetter hat Joachim Seitz sehr gefallen. "2017 bin ich wieder dabei", erklärt er im Live-Interview auf dem Markplatz. Solange die Gesundheit mitspielt, möchte er nicht aufhören. Bernhard Walz und Roland Müller laufen ebenfalls zum 31. Mal beim Dreikönigslauf mit.