Auf dem einstigen Blessing-Gelände stehen die Neubauten bereits, auf dem Thomas-Areal wird die Baugrube immer tiefer, die Planungen für das Arbach-Quartier und den Schlayer-Bereich laufen: In Pfullingen  wird derzeit gebaut und geplant, was das Zeug hält. Wo früher innerstädtisch grüne Wiese war oder Firmen standen, soll Wohnraum geschaffen werden. Demnächst könnte eine weitere Brache in dieser Hinsicht zukunftsfähig werden: Die Bauten von Freya Strickmoden, ein Unternehmen, das vor fünf Jahren Insolvenz angemeldet hat, sollen zum Großteil abgerissen werden. Ein Wohnblock und drei kleinere Mehrfamilienhäuser sind auf dem Areal vorgesehen.

Bislang handelt es sich bei dem 0,5 Hektar großen Bereich, auf dem die Freya-Bauten stehen, um ein Mischgebiet. Deshalb muss der Bebauungsplan „Burgweg“ geändert werden. Der Aufstellung dieses neuen Bebauungsplans hat der Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung zugestimmt und damit die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass auf dem Firmengelände Wohnraum entstehen kann – der übrigens wenigstens teilweise erschwinglich sein soll und für sozial Schwache gedacht ist. Denn auch wenn es ein privater Investor ist, der an dem Gelände zwischen Markt- und Eichendorffstraße Interesse hat, dank des Handlungsprogramms Wohnen, das der Gemeinderat im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht hat, hat die Stadt ein Mitspracherecht, was die Nutzung angeht. Obwohl die Kommune nicht der Bauherr ist, kann sie über einen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor Einfluss nehmen. Konkret bedeutet das: Ein Viertel des Wohnraums muss als „preisgünstig“ ausgewiesen und auch für sozial Schwächere erschwinglich sein. Geplant sind auf dem Areal knapp 60 Wohneinheiten, 13 davon wären Sozialwohnungen, die in einem langgestreckten größeren Bau an der Eichendorffstraße ihren Platz finden sollen. Vorgesehen sind aber auch drei kleinere Mehrfamilienhäuser. Der Investor denkt an verschieden große Einheiten mit 52 bis 112 Quadratmetern Fläche, wobei das bestehende Wohngebäude auf dem Freya-Areal nicht abgerissen werden soll.

Große Teile des Firmenareals stehen leer seit das Textilunternehmen im Jahr 2013 Insolvenz angemeldet hat. In Pfullingen ansässig war die Firma, die Kurt Frey 1948 in Kuchen bei Geislingen gegründet hat, seit 1965.  Der Standort wurde im Laufe der folgenden beiden Jahrzehnte nach und nach ausgebaut, das ursprüngliche Betriebs- und Verwaltungsgebäude musste mehrfach erweitert werden. 1994 übernahm dann der Sohn des Firmengründers, Jürgen Frey, die Geschäftsleitung. Mit der Umwandlung des Areals in ein „Allgemeines Wohngebiet“ wird das gesamte Quartier Burgweg abgerundet und laut Stadt „verträglich nachverdichtet“.

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Wohnungen für sozial Schwache könnten auf dem Freya-Areal entstehen, insgesamt plant ein privater Investor auf dem alten Firmengelände knapp 60 Einheiten.