Nellingen Nellinger Rat stellt sich hinter den Bahnhalt

Nellingen / RALF HEISELE 04.03.2015
Der gewünschte Bahnhalt bei Merklingen ist im Nellinger Rat zur Sprache gekommen. Unisono stellte sich das Gremium hinter das Projekt.

Herbert Bühler hat in der Nellinger Ratssitzung am Montag den Punkt Verschiedenes genutzt, um auf die gut besuchte Informationsveranstaltung zum geplanten Bahnhalt an der gerade im Bau befindlichen Schnellbahntrasse in Laichingen hinzuweisen. Es sei ein interessanter Abend gewesen, befand Bühler. Allerdings sei er enttäuscht, dass weder Landrat Heinz Seiffert noch ein Vertreter der Bahn zugegen waren. Der Bahnhalt bei Merklingen bietet für das Ratsmitglied "die einmalige Chance, den ländlichen Raum zu stärken." Dass die Gemeinden aber für die Mehrkosten der schnelleren Regionalzüge aufkommen sollen, bezeichnete Bühler als Lachnummer: "Wo gibt es das in Deutschland, dass die Kommunen die Züge bezahlen?" Bühler, der auch Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung ist, forderte alle Abgeordneten in der Region auf, sich im Bund und Land für das Projekt stark zu machen.

Bürgermeister Franko Kopp wies darauf hin, dass die Gemeinden finanziell nicht überbelastet werden dürfen. Man sei durch den Bau der ICE-Strecke und den damit verbundenem Flächenverbrauch schon genug gebeutelt. Gemeinderat Werner Staudenmaier hob hervor, dass nicht nur die Anwohner auf der Alb einen Nutzen von dem Bahnhalt hätten. Auch die Menschen in der weiteren Region, selbst aus Ulm oder Geislingen, würden von dem Projekt profitieren - "in Merklingen haben sie wenigstens einen Parkplatz umsonst." Und Roland Fink erinnerte an ein am Montag unterzeichnetes Abkommen, wonach der Freistaat Bayern und die Bahn 20 neue Bahnhalte finanzieren - "warum geht das nicht bei uns?"