London Nach Disqualifikation: Nachrücker im Damendoppel

Alex Bruce (l) und Michelle Li aus Kanada profitieren von der Disqualifikation asiatischer Doppel. Foto: Neil Munns
Alex Bruce (l) und Michelle Li aus Kanada profitieren von der Disqualifikation asiatischer Doppel. Foto: Neil Munns
dpa 02.08.2012
Nach dem Manipulationsskandal und dem Ausschluss von acht Badminton-Spielerinnen haben die olympischen Viertelfinals im Damendoppel planmäßig stattfinden können. In der Londoner Wembley Arena setzten sich die Paarungen aus Russland, Kanada, China und Japan am Mittwochabend durch.

Damit steht fest, dass in Russland oder Kanada sogar mindestens ein Duo eine Medaille erhalten wird, dass in der Vorrunde aus dem Turnier ausgeschieden und nur durch den Ausschluss der Teams aus China, Südkorea und Indonesien wieder in den Wettbewerb gerückt war.

"Wir haben heute erst um 15.30 Uhr erfahren, dass wir definitiv spielen", sagte die Kanadierin Alex Bruce. Seit Mittag hätten sie und ihre Partnerin Michele Li sich im Hotel bereitgehalten, nachdem sie von der möglichen Disqualifikation der asiatischen Spielerinnen erfahren hatten.

Kurioserweise sind die beiden nicht disqualifizierten und an Platz zwei gesetzten Chinesinnen Tian Qing und Zhao Yunlei nun die Goldfavoriten im Turnier. Beide hatten am Dienstag ein Gruppenspiel gegen eine dänische Paarung unter regulären Umständen verloren und damit eine Kettenreaktion ausgelöst. Ihre Landsfrauen Yu Yang und Wang Xiaoli wollten ein frühes Aufeinandertreffen im Halbfinale vermeiden und verloren ihr letztes Gruppenspiel absichtlich.

Allerdings hatten auch die Gegnerinnen aus Südkorea wenig Sieg-Ambitionen. Das selbe unrühmliche Schauspiel, bei dem beide Damendoppel-Paarungen nicht gewinnen wollten, ereignete sich unter Buh-Rufen des Publikum ein weiteres Mal bei einer Begegnung zwischen Südkorea und Indonesien. Am Ende wurde alle acht beteiligten Spielerinnen ausgeschlossen.