Ausbildung Marco Ruß lernt bei Rieger& Moser Berufskraftfahrer

Azubi Marco Ruß steuert einen der Mobilkräne von Rieger & Moser. Er muss sie sowohl auf der Straße als auch auf der Baustelle sicher beherrschen können.
Azubi Marco Ruß steuert einen der Mobilkräne von Rieger & Moser. Er muss sie sowohl auf der Straße als auch auf der Baustelle sicher beherrschen können.
Ulm / UTE GALLBRONNER 05.06.2015
Lastwagenfahrer? Den Beruf kennt jeder. Doch erst seit 14 Jahren gibt es die Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Marco Ruß lernt bei Rieger & Moser, mit den tonnenschweren Mobilkränen umzugehen.

Große Lastwagen haben Marco Ruß schon immer fasziniert. „So wie der Schröder am Gitter des Kanzleramts gerüttelt hat, so ist Marco bei uns am Tor gestanden“, sagt Ausbildungsleiterin Yvelyne Moser scherzhaft über ihren Azubi. „Nein, im Ernst, ich hab’ samstags oft zugeschaut“, erzählt der 22-Jährige. Da lag es nahe, sich nach dem Abschluss der Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker den größeren Fahrzeugen anzunähern. Und wenn groß, dann gleich richtig: So bewarb er sich um einen Ausbildungsplatz zum Berufskraftfahrer bei Rieger & Moser im Donautal.

Einem der roten Kranwagen begegnet man auf den Straßen der Region öfter. Die richtig großen Dinger sind aber meist nachts unterwegs. Der letzte Großeinsatz hat erst vor wenigen Tagen für Aufsehen gesorgt, als bei Tomerdingen die Kräne bei der Montage zweier Brückenteile über der A8 im Einsatz waren. „Kräne“ übrigens ist die umgangssprachliche Bezeichnung, der Fachmann sagt „Krane“.

Marco Ruß lernt, mit dem größten Gefährt umzugehen, das im Hof von Rieger & Moser steht, dem AC 700 All-Terrain-Mobilkran. 108 Tonnen bewegt er dann über die Straßen. Auf der Baustelle angekommen gilt es, den Kran richtig zu rangieren und aufzubauen. Die Stützen und die Gewichte, die es braucht, damit der Mobilkran Lasten bis zu 700 Tonnen heben kann, werden mit eigenen Schwertransportfahrzeugen gebracht. Die Verantwortung fürs Gefährt trägt der Fahrer.

„Respekt habe ich schon vor der großen Verantwortung“, sagt Marco Ruß. Als Azubi ist er natürlich noch nicht allein unterwegs, doch später muss er den Ton angeben. „Man muss gute Nerven haben“, sagt Ingo Stehle, der ebenfalls die großen Fahrzeugen gesteuert und Azubis dabei angeleitet hat. Gute Nerven und Durchsetzungsfähigkeit gegenüber den vielleicht auch älteren Mitarbeitern auf der Baustelle.

Marco Ruß trauen sie das in der Firma zu, deshalb wird er jetzt auf dem größten Mobilkran ausgebildet. Obwohl der 22-Jährige selbst noch gar nicht voll überzeugt ist: „Ich wollte eigentlich lieber Lastwagen fahren.“ Doch die Aufgabe, sie reizt ihn natürlich.

Den schulischen Teil der Ausbildung macht Ruß an der gewerblichen Schule Ehingen. „In meiner Klasse bin ich der einzige, der über 40 Tonnen fährt“, erzählt der 22-Jährige. Die Meinungen der Mitschüler sind geteilt: „Die einen wollen das nicht machen, weil sie dann nicht so weit rumkommen. Die anderen finden es richtig gut.“

Fingerspitzengefühl sei gefragt, um ein solch imposantes Gefährt zu bedienen. Diese Aussage verwundert beim Anblick der imposanten Gefährte doch ein wenig. „Es ist Millimeterarbeit“, bestätigt Stehle. Nicht nur bei der Anfahrt, wenn es um enge Kurven geht, sondern besonders am Ziel. Zum Beispiel der Einsatz auf der A8, als mehrere Fahrer, acht Krane und vier Zugmaschinen siebeneinhalb Stunden nachts im Einsatz waren, um die tonnenschweren Teile passgenau an die richtige Stelle zu setzen.

Wer mit Schwersttransportern unterwegs ist, darf nur bestimmte Strecken fahren. Jede Brücke, auch wenn sie nur über einen Fuchstunnel führt, muss geprüft werden, ob sie die tonnenschweren Fahrzeuge aushält. „Bei der Stadt Ulm läuft das wirklich gut, die kennen sich aus“, sagt Chef Dieter Moser. Die Genehmigungen, die man braucht, füllen aber ganze Ordner. „Einmal sind wir wegen einem Hub bis nach Schottland gefahren“, erinnert sich Moser. Das sei aber die Ausnahme, meist dauern die Einsätze länger.

Egal ob Brücken, Züge oder Kirchenglocken – Rieger & Moser hebt ziemlich alles an. Dabei wird Sicherheit groß geschrieben. „Schließlich kann man mit solch einem Gefährt schnell großen Schaden anrichten“, meint Stehle. Das ist ein Grund, warum vor 14 Jahren die Ausbildung eingeführt und der Führerschein anspruchsvoller wurde. „Früher haben viele ihren Schein beim Bund nebenher gemacht“, erzählt Stehle. Das sei nicht mehr drin. Deshalb ist der LKW-Führerschein auch etwas, das junge Leute lockt – denn die Kosten übernimmt der Betrieb.

Der Betrieb

Der Betrieb Rieger & Moser ist eine Tochter der Firma Schmidbauer. Seit 2005 stehen die Kranfahrzeuge der Niederlassung Neu-Ulm unter Regie von Rieger & Moser. 19 moderne Hydraulikkrane gehören zum Fuhrpark. Dazu ein Hofkran, ein Abschleppkran, vier Sattelzugmaschinen und drei BF-3 Fahrzeuge. Aktuell werden vier Berufskraftfahrer ausgebildet. Mehr zur Ausbildung unter www.rieger-moser.de

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