Es gibt viele WhatsApp-Gruppen, an denen sich einige Teilnehmer gar nicht oder nur unregelmäßig beteiligen. Andere Gruppen werden nur für einen Geburtstag erstellt und nach der Feier wieder gelöscht. Doch gerade in solchen Gemeinschaften, in denen sich nicht alle kennen, würde es kaum auffallen, wenn Fremde beiträten.
Genau das ist möglich, wenn man den Gruppennamen kennt und der entsprechende Link öffentlich geteilt wurde. Einige Nutzer laden Bekannte bewusst per Link ein. Vor kurzem wurde bekannt, dass die Links über Suchmaschinen zu finden sind.

Über Bing kann man Links zu WhatsApp-Gruppen weiter finden

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass WhatsApp den Zugang über Google mittlerweile gesperrt hat. In der Suchmaschine Bing sind die Links jedoch weiterhin gelistet.
Der Redaktion der SÜDWEST PRESSE ist es am Donnerstagnachmittag gelungen, fremde WhatsApp-Gruppen zu unterschiedlichen Themen zu finden. Mit einem Klick wäre es möglich gewesen, beizutreten. Auffällig war, dass Gruppen in englischer und arabischer Sprache oft als erste Suchergebnisse angezeigt wurden. Anders als üblich wurde unter dem Link keine Beschreibung des Suchergebnisses angezeigt. Es war also kaum möglich, Gruppen gezielt zu suchen.

Facebook hat die Links wohl bewusst veröffentlicht

Es kann sein, dass manche Administratoren die Links zu ihren Gruppen bewusst öffentlich geteilt haben. Da WhatsApp das Vorgehen aber nicht kommuniziert hat, dürften viele nichts von der Sicherheitslücke gewusst haben.
Laut der Süddeutschen Zeitung wollte WhatsApp keine Stellungnahme abgeben. Vielmehr bezeichnete der Mutterkonzern Facebook gegenüber einem Hacker die Veröffentlichungen der Links als „bewusste Produktentscheidung“.